PwC: Getrübter Optimismus bei Familienunterne...
 
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Getrübter Optimismus bei Familienunternehmen

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PwC-Studie zeigt, dass Familienunternehmen zwar Wachstum erwarten, jedoch der Fachkräftemangel relevant bleibt und zu wenig in Digitalisierung investiert wird.

Satte 76 % aller österreichischen Familienunternehmen erwarten, dass der Betrieb dieses Jahr wächst. Im Vorjahr waren es noch 82 % - auch mit dem Rückgang liegen die heimischen Firmen weit über dem EU-Durchschnitt von 57 %. Die "European Private Business Survey" von PwC zeigt: "Heimische Familienunternehmen blicken verhalten optimistisch in die nahe Zukunft. Auch wenn die Einschätzung positiver ist als im EU-Durchschnitt, so ist konsequentes Handeln gefragter denn je, denn Unternehmen in ganz Europa müssen sich auf die neue Normalität einstellen: Zu ihr gehören Megatrends wie Urbanisierung, politische Instabilität im In- und Ausland, anhaltend signifikanter Fachkräftemangel und insbesondere die Digitalisierung auf allen Ebenen. Vor allem diese wird ganz besonders über die Zukunftsfähigkeit der Familienunternehmen entscheiden", so die Einschätzung von Rudolf Krickl, Experte für Familienunternehmen und Partner bei PwC Österreich.

Lediglich 4 % der familiär geführten Unternehmen glauben, dass die Digitalisierung keinen Einfluss auf sie haben wird. Signifikate Auswirkungen auf das Geschäft erwartet hingegen fast die Hälfte. Im EU-Vergleich noch immer wenig, hier sind die Niederlande mit 85 % Vorreiter. Die Erwartungshaltung spiegelt sich auch an den zurückhaltenden Investitionen ab: Weniger als ein Viertel der Firmen ist bereit, mehr als 5 % ihres Investitions-Budgets für digitale Vorhaben einzusetzen. In Sachen Digitalisierung wird hierzulande die technische Infrastruktur als wichtigster Aspekt gesehen, eigene Strategien für den Online-Handel haben knapp weniger als 40 %.

"Diese Zahlen zeigen, dass die digitale Transformation in Österreich zu kurz gedacht wird. Der Großteil der heimischen Unternehmen beschäftig sich nach wie vor mit Fragen rund um die Automatisierung von Prozessen, während Länder wie Deutschland oder die Schweiz schon einen Schritt weiter sind. Hier fragt man sich nicht mehr, ob einzelne Prozesse automatisiert werden können, sondern welche Geschäftsmodelle überhaupt Bestand haben. Auch in Österreich müssen wir in diese nächste Phase übergehen, um im internationalen Vergleich nicht zurückzufallen", so Krickl.

Ebenfalls eine Wachstumsbremse ist der anhaltende Fachkräftemangel: In der Hälfte der Betriebe werden Lehrlinge oder Techniker gesucht. Das hatte im Vorjahr zur Folge, dass 69 % aller Familienunternehmen Umsatzbußen verkraften mussten. Laut PwC kamen so Verluste von 10,5 Milliarden Euro zustande.

Für die Studie wurden 2.500 Familienunternehmen und mittelständische Unternehmen in 31 Ländern in Europa befragt.
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