Gewinn MMM-Fachtagung: Aufhebung digitaler un...
 
Gewinn MMM-Fachtagung

Aufhebung digitaler und phyischer Grenzen

vegefox.com/stock.adobe.com

... das ist ein Fazit auf unterschiedlichen Ebenen, das man aus den Vorträgen hochkarätiger Handelsvertreter auf der MMM-Fachtagung am 11. November mitnehmen konnte.

Die neusten Trends im Handel waren das Thema bei der herbstlichen MMM-Fachtagung, moderiert von Gewinn-Herausgeber Georg Wailand, das coronabedingt wieder digital stattfand. Dazu waren wieder namhafte Branchenvertreter eingeladen, die im Studio vor Ort oder via Videokonferenz zugeschaltet waren. Wie Xavier Plotitza, CEO Metro Österreich, der die Vortragsrunde eröffnete und zum ersten Mal als Speaker zu Gast war. Corona war auch sein Thema und er erläuterte dabei, wie Gastronomie und Tourismus und damit auch der Großhandel von der Pandemie betroffen waren, aber dass man dem auch mit unterschiedlichen Strategien versucht hat, entgegenzuwirken. Den Kunden zuhören und reagieren, ist sein Schlüssel zum Erfolg, aber ihm ist auch bewusst, dass der Markt Zeit braucht, um sich zu erholen. Schlussrednerin Andrea Heumann, Geschäftsführerin Thalia Österreich, greift das Thema Strategien während der Pandemie ebenfalls auf und sieht Omnichannel klar im Trend, selbstverständlich über Lockdowns und Co. hinaus. "Eine Vernetzung der Vertriebskanäle ist unerlässlich, um die Kunden überall zu erreichen", sagt sie. Damit möchte man vor allem auch Internetgiganten wie Amazon Konkurrent machen. Man baut Angebote wie Click&Collect sowie 24 Stunden Abholstationen genau so aus, wie eigene Produkte, zum Beispiel Tolino. Wichtig seien aber auch die Menschen, sprich die Buchhändler, die sie liebevoll als Geschichtenerzähler bezeichnet, und das digitale Angebot mit persönlicher Beratung verknüpfen. Eine andere Strategie, um die "Generation Lifestyle" zu erreichen, verfolgt Interspar. Geschäftsführer Johannes Holzleitner und seine Stellvertreterin Michaela Kaspar präsentieren den neuen Interspar am Schottentor, das Genussmomente im historischen Kassensaal verbindet. Siehe dazu auch "Der King am Ring".


Rewe-Vorstand Christoph Matschke widmete seinen Vortrag weniger der direkten Kundenbindung und den Erlebniswelten als viel mehr der Logistik und präsentiert dazu das 1x1 des Handels. So muss das Wachstum auf einer vorhandenen Fläche gesteigert werden, eine Differenzierung durch individuelle Angebote erfolgen wie Lieferdienste und Click&Collect und Regionalität berücksichtigt werden, was spätestens seit Corona wie ein Katalysator wirkt. Moderne IT-Systeme und Automatisierung sind dabei unerlässlich, wichtig sei dabei nur, keine Big Bang Projekte zu starten, sondern eine kontinuierliche Entwicklung aus dem Team heraus zu generieren, gerne auch mit vielen verschiedenen Blickwinkeln. Denn ohne den Menschen geht es nicht, vor allem dann nicht, wenn man nahe am Kunden sein will und flexibel auf Gegebenheiten reagieren muss. Neue Wege beschreitet man auch im Energiebereich, wie Elena Skvortsova, Mitglied des OMV-Vorstands darlegt, denn die Zukunft der Mobilität liegt im Energiemix. Elektro wird vor allem bei Leichtfahrzeugen dominieren, Wasserstoff, Elektro und synthetische Stoffe im Schwerlastenverkehr. Und weil diese Energievarianten meist teurer sind, gilt es einen Kompromiss zu finden zwischen Preisgestaltung und Nachhaltigkeit. Dabei ist interessant, dass Menschen sich zwar wünschen, einen Zugang zur Mobilität zu haben, aber es nicht zwingend mit einem eigenen Auto sein muss. Deshalb sind digitale Dienste wie Car-Sharing und Apps Key. "Es geht um die Aufhebung digitaler und physischer Grenzen", betont sie.
Das gilt auch für die Bekämpfung von Leerständen. Der Onlinehandel wächst zwar weiter, gleichzeitig suchen viele Online-Supermärkte auch die Fläche. Dafür braucht es zwar eine gute Lage, aber nicht unbedingt Frequenz, so Mario Schweiger, Bereichsleiter EHL Immobilien. Auch Angebote wie automatisierte Greissler, Coffee to go Stationen oder E-Mobilitäts-Showrooms könnten den Leerständen entgegenwirken.
stats