Dossier Gewürze : Gewürzmischung der Händler
 
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Gewürze sind aus unseren Küchen nicht wegzudenken. Oft weit gereist, oder in Bio-Qualität von regionalen Lieferanten setzen Kunden und damit auch der Lebensmittelhandel auf das gewisse Etwas in den Supermarkt-Regalen. Wie sich der Markt entwickelt, welche Trends es derzeit im Gewürze-Universum gibt, lesen Sie hier im Detail.

Warum wir unsere Speisen würzen, hat viele Gründe: gesundheitliche, optische, olfaktorische, aber natürlich auch, um Speisen den unterschiedlichen Geschmäckern anpassen zu können. Entsprechend vielfältig ist die Gewürzlandschaft. Und darauf setzt auch der heimische Lebensmittelhandel, wie die Player auf CASH-Nachfrage bestätigen.

Bei Rewe setze man gleich mit vier neuen Gewürz- und Kräutermischungen von Ja! Natürlich auf 100-prozentige Bio-Kräuter aus Österreich. Die neuen Gewürze kämen ganz "ohne Salz aus und sind nachhaltig in Graspapier verpackt", heißt es aus dem Unternehmen.

 


Aktuell bietet Rewe mit den Tiefkühlkräutern bei Ja! Natürlich 9 Produkte im Kräuter- und Gewürzsegment an. Dabei sind bei den Monogewürzen Paprika edelsüß, Pfeffer, Ceylon Zimt die beliebtesten. Ein Trend geht "mittlerweile auch auf weitere Mischungen wie zum Beispiel verschiedenste Currys", so Rewe. Aufgrund des Convenience-Faktors seien aber auch Mischungen wie Grillgewürze, Fisch- und Pizzagewürze ein Dauerrenner. Bei den Gewürzmischungen bietet die Rewe jüngst auch Produkte der Gewürzmanufaktur Cook and Grill an. Das kleine, familiengeführte Unternehmen im Salzkammergut ist bekannt aus der Show "2 Minuten, 2 Millionen". Unter dem Credo "sozial, regional und schmackhaft" stellen Marcel und seine sehbehinderte Tochter Elaine Gewürzmischungen her, die nun auch bei Rewe erhältlich sind.

Bei Mitbewerber Spar setzt man derzeit auf circa insgesamt 60 Bio-Kräuter und Gewürze mit der Eigenmarke Spar Natur pur*. Die Kräuter stammen zu 100 Prozent aus Österreich und überzeugen durch ihren Geschmack sowie mit umweltfreundlicher Verpackung. Neu sind nun auch die Mischungen der Spar, wie früher Bio-Kuchenkräuter Europakloster Gut Aich.

 


Auch die Diskonter pushen aufgrund der steigenden Nachfrage nach Gewürzen in den vergangenen beiden Jahren ihr Eigensortiment. Aktuell hat Lidl insgesamt knapp 40 Gewürz-Artikel im Sortiment, "größtenteils unter unserer internationalen Eigenmarke Kania", heißt es von Lidl Österreich. Neu hinzugekommen sind einige Gewürze in Bio-Qualität wie Paprika, Knoblauch, Pfeffer, Curry, Zimt oder Kräuter italienischer Art. Abgerundet wird das Sortiment mit Randartikeln – wie beispielsweise weißer Pfeffer, Kreuzkümmel, Fleur de Sel oder Pyramidensalz sowie erstmals mit Gewürzmühlen der Marke „Kotanyi“.

 


Hofer sieht auch mediterrane und orientalische Gewürzmischungen, und Gewürzzubereitungen für Süßspeisen voll im Trend, heißt es auf CASH-Nachfrage. Und: für die bevorstehende Grill-Saison hat Hofer BBQ (Trocken-)Marinaden und BBQ Gewürze im Sortiment, die in Metalldosen, als auch praktischen Nachfüllbeuteln erhältlich sind. Der Diskonter verfüge über einen grundsätzlichen 90-prozentigen Eigenmarkenanteil, "weshalb wir auch bei Gewürzen nur in Ausnahmefällen auf Markenartikel zurückgreifen", heißt es. Die Gewürze und -mischungen der Eigenmarke "Gourmet" sind beliebt und können im Korkdeckelglas erworben werden. Derzeit bietet Hofer neue Aktionsartikel wie beispielsweise "What's Next Schuhbeck's Veggy Gewürzmischungen". 

 


Angesprochen auf die aktuellen Ereignisse rund um Preissteigerungen mit dem Ukraine-Krieg in Verbindung gebracht, seien die "Auswirkungen bemerkbar", heißt es etwa von Hofer. In den letzten Wochen habe man teilweise "Spitzen bei der Nachfrage erlebt, die nicht zuletzt auch medial befeuert wurden."

Auch die Rewe Group sei mit einer "Vielzahl von steigenden Kosten bei Rohstoffen, Energie, Logistik sowie Preiserhöhungen in der Industrie und Lieferanten konfrontiert." Dies führe zwangsläufig dazu, "dass wir bei einzelnen Warengruppen und Artikeln die Verkaufspreise erhöhen müssen", so Rewe. Man achte allerdings strikt darauf, dass nur dort Preisanpassungen an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden, "wo es tatsächlich einen hohen Kostendruck gibt." Der Handelskonzern sehe es als seine Aufgabe, die steigenden Preise im Sinne der Kunden "einzudämmen". Zum Zeitpunkt der Höhe und Segmente, die von eventuellen Preissteigerungen betroffen sein könnten, könne Rewe aktuell jedoch "keine Aussagen machen".
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