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GPA-djp erhebt schwere Vorwürfe gegen Müller

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Wolfgang Katzian (Vorsitzender der GPA-djp), Özlem Bakiray (Verkäuferin bei Müller) und Barbara Teiber (Regionalgeschäftsführerin GPA-djp Wien). © dewi
Wolfgang Katzian (Vorsitzender der GPA-djp), Özlem Bakiray (Verkäuferin bei Müller) und Barbara Teiber (Regionalgeschäftsführerin GPA-djp Wien). © dewi

Die GPA-djp lud zu einer nicht alltäglichen Pressekonferenz zu einem allgegenwärtigen Thema, das viele Arbeitnehmer betrifft - eine Betriebsratsgründung. Die Gewerkschaft wirft dem Drogeriefachhändler Müller vor, eine Mitarbeiterin deshalb gekündigt zu haben, weil sie einen Betriebsrat gründen wollte.

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) lud heute zum Pressegespräch anlässlich der Kündigung einer Beschäftigten des Drogeriefachhändlers Müller. Der Vorwurf: Die 33-jährige Özlem Bakiray sei wegen ihres Engagements einen Betriebsrat zu gründen, am 21. Jänner gekündigt und „ohne Angabe von Gründen“ vom Dienst freigestellt worden.

Bakiray, die seit September 2015 im Unternehmen tätig war, wurde eigenen Angaben zufolge von der Marktleiterin bereits einmal angewiesen, ihre Kollegen nicht mehr wegen einer Betriebsratsgründung zu kontaktieren.

Verpönte Motivkündigung?
Die Kündigung sei aus formalen Gründen nach wie vor unwirksam, da sie bis heute nicht, wie im Dienstvertrag festgelegt, schriftlich erfolgt ist, erklärt Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp Wien. „Wir haben deswegen beim Arbeits- und Sozialgericht eine Klage gegen die Müller HandelsgmbH eingebracht“, erzählt Teiber. Die Gewerkschaft möchte die Kündigung wegen verpönten Motivs anfechten und sieht für sich „sehr gute Chancen“, meint Vorsitzender Wolfgang Katzian.

Das Management von Müller soll auf GPA-Anfrage gesagt haben, dass die Kündigung von Özlem Bakiray nichts mit ihren Bestrebungen einen Betriebsrat zu gründen zu tun hätte und sei nur erfolgt, da die Stunden einer anderen Mitarbeiterin ab März aufgestockt würden, wodurch es keinen Platz mehr für sie gebe.

Betriebsrat unerwünscht
Katzian möchte festhalten, dass das Engagement der GPA-djp und Özlem Bakiray nicht „hinter dem Rücken“ des Unternehmens erfolgt ist und dass ein „Gespräch gesucht wurde“. Am 5. Jänner trafen Gewerkschafter mit zwei Verkaufsleitern von Müller zusammen, um mit ihnen über die Gründung eines Betriebsrats in der Floridsdorfer Filiale zu sprechen. Dabei sollen die beiden Vertreter des Unternehmens deutlich signalisiert haben, dass ein Betriebsrat für die Geschäftsführung nicht infrage kommt, so Katzian.

Katzian holt Verdi zur Seite
Der GPA-Vorstand fordert, dass den Beschäftigten „ihr legitimes und demokratisches Grundrecht, sich zu organisieren und ihre Anliegen durch frei gewählte Vertreter vertreten zu lassen“ gewährt wird. Katzian trifft sich in den nächsten Tagen in Deutschland mit Mitgliedern der Gewerkschaft Verdi, u.a. um über die Gründung von Betriebsräten in deutschen Müller-Filialen zu sprechen, bei denen jedenfalls bis dato keine einen Betriebsrat hat.
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