GPA-djp/WKO: So sicher fühlen sich die Mitarb...
 
GPA-djp/WKO

So sicher fühlen sich die Mitarbeiter im Handel

geralt - pixabay.com

Über 2.000 Handelsmitarbeiter wurden gefragt, welche Schutzmaßnahmen sie wie bewerten.

Mit der Rückkehr der Maskenpflicht hat die GPA-djp bei den Mitarbeitern des Handels nachgefragt, wie sicher sie sich durch welche Vorkehrungen fühlen. Dafür wurden 2.015 Personen aus allen Bundesländern befragt, größtenteils war es Personal aus dem LEH. Eine Maskenpflicht für Kunden wurde von 90 Prozent der Befragten positiv aufgenommen, die regelmäßige Desinfektion der Arbeitsplätze und Aufenthaltsräume sowie die Bereitstellung von Handschuhen und Desinfektionsmittel sind mit jeweils rund 85 Prozent am zweitwichtigsten. Ebenfalls viel Zuspruch erhielten die Plexiglasscheiben beim Kassenbereich (rund 81 Prozent) und die Bodenkennzeichnungen für Kunden (78 Prozent). Verpflichtende Masken für Mitarbeiter sind insgesamt ähnlich beliebt, jedoch ist hierbei der Anteil der "bedingten Zustimmung" höher als bei den Masken für Kunden. Als wenig sinnvoll mit weniger als 50 Prozent Verständnis wird betrachtet, dass Kundenkarten nicht gescannt werden.

Martin Müllauer, Vorsitzender des Bereichs Handel in der GPA-djp, zur Umfrage: "Mit dem Schutzpaket für Handelsangestellten haben wir den richtigen Maßnahmenmix gefunden. Die Sozialpartner haben sehr rasch Verantwortung übernommen und damit einheitliche, klare Regelungen geschaffen."

Auffällig, so heißt es in den Ergebnissen der Umfrage, sind zahlreiche negative Rückmeldungen zum Kundenverhalten.

Fehlende Disziplin, unhöfliches Agieren und das Ignorieren der vorgeschriebenen Maßnahmen durch die Kunden führen oft zu Konflikten. Die Beschäftigten wünschen sich mehr Respekt und wollen nicht die Gesundheitssheriffs spielen", heißt es hierzu.

Forderungen der GPA-djp

Aufgrund der geänderten Arbeitsbedingungen fordert die Gewerkschaft:

  • 15 Minuten bezahlte Pause nach zwei Stunden Arbeit mit Maske
  • Mindestbesetzung in den Filialen
  • Psychologische Unterstützung
  • Sonntag soll arbeitsfrei bleiben
  • finanzielle Anerkennung für Arbeit in der Corona-Zeit

Die Forderungen sowie das Ergebnis der Befragung kommentiert WKO-Handelsobmann Rainer Trefelik: "Den Arbeitgebern im Handel ist der Gesundheitsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und natürlich auch der Kundinnen und Kunden ein besonderes Anliegen. Sowohl Mitarbeiter als auch Kunden sollen sich bestens geschützt fühlen. Deshalb haben wir mit unserem Sozialpartner im Handel bereits zu Beginn der Corona-Krise ein Schutzpaket für die Beschäftigten abgeschlossen. Insbesondere die Plexiglasabtrennungen in den Kassenbereichen, die mittlerweile von einer Vielzahl an Unternehmen umgesetzt wurden, sind sehr wirksam und erzeugen ein hohes Sicherheitsgefühl. Uns ist bis jetzt auch keine Infektion bekannt, die von Handelsgeschäften den Ausgang genommen hat."

Wogegen er sich jedoch wehrt ist die Darstellung, dass der LEH durch die Coronakrise profitiert hat: "Speziell dem Lebensmittelhandel sind in der Krise hohe Kosten durch die umfangreichen Schutzmaßnahmen in verschiedensten Bereichen der Unternehmen entstanden. Außerdem waren auch im ländlichen Bereich viele Lebensmittelgeschäfte von der Krise wirtschaftlich negativ getroffen."

Die Anregungen der Arbeitnehmervertreter möchte er prüfen, fügt jedoch hinzu: "Finanzielle wie rahmenrechtliche Forderungen gilt es aber wie gewohnt im Sinne unserer guten Partnerschaft im Rahmen unserer Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst zu diskutieren. Allen Beteiligten ist die besondere Situation sehr bewusst, weshalb wir sicher sind, auch heuer, unter diesen außergewöhnlichen Rahmenbedingungen, einen Konsens zu finden, der vor allem Arbeitsplätze sichert und entsprechend auf die angespannte wirtschaftliche Situation der Unternehmen Rücksicht nimmt."

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