WKO: Gute Zwischenbilanz fürs Weihnachtsgesch...
 
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Gute Zwischenbilanz fürs Weihnachtsgeschäft 2017

gänseblümchen / pixelio.de
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Laut WKO und KMU Forschung könnten die Weihnachtsumsätze im stationären Einzelhandel zum ersten Mal seit 2013 steigen. Prognose des Handelsverbands hält Handelsobmann Peter Buchmüller für unrealistisch.

Die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich stellte heute, Dienstag, ihre Zwischenbilanz für das diesjährige Weihnachtsgeschäft im österreichischen Einzelhandel vor. Bundesspartenobmann Peter Buchmüller ist relativ vorsichtig was das Gesamtergebnis betrifft, da erstens "noch einige Einkaufstage vor uns liegen" und zweitens heuer "zwei Umsatztage wegfallen". Der 24. und der 31. Dezember fallen auf einen Sonntag. Damit könnte "das Christkind ausgebremst werden", so Buchmüller. "Die nächsten sechs Einkaufstage müssen sehr gut werden", dann steht einem überaus guten Weihnachtsgeschäft nichts im Weg. Somit hätte der Einzelhandel heuer erstmals seit 2013 ein Wachstum von rund 1 % bzw. 22 Mio. Euro zu verzeichnen. Die WKO und KMU Forschung Austria erwarten 1,65 Mrd. Euro. Bis zum 16. Dezember 2017 hat der Einzelhandel knapp 60 Prozent der Weihnachtsumsätze erzielt. Dabei kann der stationäre Einzelhandel in ganz Österreich im Vergleich zum Vorjahr kalenderbereinigt einen Umsatzzuwachs von 1 % verzeichnen. "Die Unternehmer sind optimistisch, dass sie das Vorjahresniveau übertreffen oder zumindest halten können", so Buchmüller.

Positive Stimmung bei den Einzelhändlern
35 % der befragten Einzelhändler sowohl filialisierter als auch nicht-filialisierter Unternehmen glauben, dass ihre Weihnachtsumsätze über dem Vorjahr liegen werden, während 34 % in etwa gleiche Umsätze erwartet. 31 % glauben, dass die Vorjahres-Umsätze nicht erreicht werden können, erklärt Ernst Gittenberger, Projektleiter bei der KMU Forschung Austria. Buchmüller: "Nicht für alle Branchen, nicht für alle Lagen und auch nicht für alle Geschäftsgrößen ist es gleich gut gelaufen.“ Gut würden vor allem jene Händler fahren, die auf den Haupteinkaufsstraßen und großen Einkaufszentren eingemietet sind. 

Positiv verlaufen ist das Weihnachtsgeschäft bisher vor allem für den Schuh- und Lederwareneinzelhandel (+7%) und den Sportartikeleinzelhandel (+4). Zulegen konnten auch die heimischen Onlinehändler: Ihre Umsätze stiegen um 7 % auf rund 107 Mio. Euro brutto. Der LEH legte gegenüber 2016 um 3 % zu. Als Verlierer stehen die Spielwareneinzelhändler da. Gegenüber dem Vorjahr brachen ihre Umsätze um 6% ein und das obwohl Spielwaren zur Weihnachtszeit boomen. Die Umsätze gehen aber oftmals an Onlinehändler, Lebensmittelhändler oder Drogeriefachhändler, die ein sehr breites Angebot an Spielzeug haben.

Im Onlinehandel weihnachtet es früher
Roman Seeliger, Stv. Bundesgeschäftsführer Handel/WKO, erklärt, dass das Weihnachtsgeschäft im Onlinehandel von Mitte November bis Mitte Dezember läuft. 94 % der Weihnachtsumsätze werden hierzulande im stationären Einzelhandel und 6 % im Internet gemacht. Zu diesen 6 % zählen allerdings nur Umsätze von Händler aus Österreich (auch wenn sie womöglich von ausländischen Kunden kommen). 35 % der von KMU Forschung befragten Österreicher kaufen ihre Geschenke auch via Internet. Insgesamt wird 1 von 7 Geschenken online gekauft und 1 von 8 Euro, die in Weihnachtsgescehenke investert werden, fließt ins Internet - jeder 2. Euro davon geht an ausländische Onlineshops. Insgesamt erwartet Seeliger heuer ein Onlinewachstum von 7 %.

Buchmüller: "Prognose des Handelsverbands unrealistisch"
Anfang Dezember prognostizierten der Handelsverband und WIFO einen Mehrumsatz von 1,3 Mrd. netto, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 4 % ergeben würde. Den Dezember-Mehrumsatz schätzte Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will in einer Aussendung auf 1,7 Mrd. Euro brutto. Diese Berechnung versteht Peter Buchmüller nicht. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar. Da ist die Rede von Netto-Umsätzen, die brutto nicht stimmen können. 1,7 Mrd. Euro sind leider nicht erreichbar", so Buchmüller.

Peter Buchmüller, Obmann Bundessparte Handel, WKO © Helge Kirchberger
Helge Kirchberger
Peter Buchmüller, Obmann Bundessparte Handel, WKO © Helge Kirchberger
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