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Haberleitner hat Insolvenzantrag gestellt

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dayli-Chef Rodolf Haberleitner meldete Insolvenz an und trat das Unternehmen um einen symbolischen Euro an die ICU Unternehmensberatung von Martin Zieger ab.
dayli-Chef Rodolf Haberleitner meldete Insolvenz an und trat das Unternehmen um einen symbolischen Euro an die ICU Unternehmensberatung von Martin Zieger ab.

Das Ringen um die Rettung der Schlecker-Nachfolgefirma dayli geht in eine neue Runde. Geschäftsführer Rudolf Haberleitner kam dem KSV zuvor und stellte beim Landesgericht Linz einen Insolvenzantrag. Vorerst wird die Firma mit einem neuen Eigentümer fortgeführt.

dayli-Chef Rodulf Haberleitner reagierte auf das am Mittwoch, 3. Juli, kolportierte ultimative Ansinnen des Gläubigerschutzverbandes KSV 1870, gegen die Handelskette im Interesse mehrerer Mitglieder heute, 4. Juli, einen Insolvenzantrag zu stellen und machte das beim Landesgericht Linz selbst.

Konkret wurde ein Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens unter Fremdverwaltung eingebracht, wie das Unternehmen in einer Aussendung am heutigen Vormittag mitteilte. Unmittelbar vor Einbringung des Antrags bei Gericht wurden die Anteile an der Handelskette von der TAP 09 Beteiligungs GmbH an die ICU Unternehmensberatung GmbH von Dr. Martin Zieger um einen symbolischen Euro abgetreten. Damit soll laut Aussendung eine Sanierung und die Finanzierung der Zukunft des Unternehmens ermöglicht werden. Zieger war unter anderem Geschäftsführer der Dessous-Anbieter Hunkemöller und Palmers sowie des Mode-Einzelhandelsunternehmens Charles Vögele in Österreich. ICU plane die Fortführung von dayli. Man wolle das trotz derzeit negativer Ertragssituation durch Sanierungsmaßnahmen und eine Neugestaltung der Finanzierung erreichen. Laut Aussendung sei dayli unter sogenannten going-concern-Berechnungen nicht überschuldet. Auf Basis von Zerschlagungswerten betrage die Überschuldung 49,2 Mio. Euro. Den Gläubigern bietet man eine Quote von 25 Prozent.

Äußere Faktoren?



Gründe für die Insolvenz seien laut dayli unter anderem, dass "Teile des Nahversorger-Konzepts nicht wie geplant umgesetzt werden konnten. Die dadurch verursachte öffentliche Diskussion führte zur Verunsicherung von potenziellen Investoren." Diese für dayli negativen äußeren Einflüsse hätten die geplante Entwicklung schwer gestört und behindert. Dadurch sei es zu gravierenden Umsatzeinbrüchen gekommen. Banken und mögliche Investoren seien verunsichert worden und hätten sich zurückgezogen.



Zittern um Jobs geht weiter



3.468 Arbeitnehmer seien von der Insolvenz betroffen. Weitere über 1.000 Beschäftigte hat man in Italien, Polen, Belgien und Luxemburg. Für die Beschäftigten in Österreich geht mit dem Insolvenzantrag das Zittern weiter. Ob zumindest ein Teil der Arbeitsplätze gerettet werden kann oder das Sanierungsverfahren wie kürzlich beim Elektronikhändler Niedermeyer mit dem endgültigen Zusperren endet, werden die Verhandlungen mit den Gläubigern in den kommenden Wochen zeigen.



AK-OÖ-Präsident Dr. Johann Kalliauer rief die dayli-Beschäftigten nun dazu auf, "Ruhe zu bewahren und nicht überstürzt das Arbeitsverhältnis zu lösen, denn dadurch könnten Ansprüche verloren gehen." Wann die Arbeitnehmer - sie haben die Juni-Gehälter und das Urlaubasgeld bisher nicht bekommen und viele stehen dadurch bereits unter großem finanziellem Druck - mit der Zahlung durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds rechnen können, lasse sich derzeit nicht abschätzen. Die AK sowie die Insolvenz-Entgelt-Fonds Service GmbH würden sich bemühen, diese Wartefrist möglichst kurz zu halten, so Kalliauer.

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