Handelsverband: Corona und der österreichisch...
 
Handelsverband

Corona und der österreichische Handel

Gerd Altmann/pixabay.com

Das Coronavirus oder COVID-19 hält die Welt auf Trab und hat auch Auswirkungen auf den Handel. Es wird zu Lieferengpässen und Umsatzeinbußen kommen, heißt es. Der Österreichische Handelsverband sieht den heimischen Einzelhandel aber für den Ernstfall gut gerüstet.

Nun wurde bestätigt, was schon seit einiger Zeit befürchtet wurde. Das Coronavirus hat Österreich erreicht, wie inzwischen 9 bestätigte Fälle (Stand 29.2.) zeigen. Die Auswirkungen der Krankheit sind aber bereits vorab vielerorts deutlich spürbar gewesen. Denn das Virus beschäftigt nicht nur die Medien seit Wochen, sondern auch die Wirtschaft und im Speziellen den Handel. China verzeichnet bereits großflächige Störungen, das Wirtschaftswachstum droht still zu stehen. Das betrifft auch Europa, denn das Reich der Mitte ist ein wichtiger Handelspartner. Die Produktionsstopps und vorübergehende Schließungen führen zu Lieferengpässen, von denen zum Beispiel auch Apple iPhones nicht verschont wurden, wie kürzlich bekannt wurde. Mittelfristig werden das aber auch andere Branchen zu spüren bekommen, zum Beispiel die Futtermittelindustrie, weil einige Vitaminpräparate knapp werden. Außerdem erleben Logistikunternehmen Aktieneinbrüche, weil sie weniger transportieren.

Maßnahmen für den österreichischen Handel

In Österreich blickt man einer möglichen Krise gelassen entgegen, vor allem der Lebensmittelhandel sei gut gerüstet. Während in einigen asiatischen Ländern die Regierung bereits Notfall-Pakete oder erhebliche Mietnachlässe angekündigt hat, um den einheimische Einzelhändler finanziell zu unterstützen, begrüßt man hierzulande solche Maßnahmen von Seiten des Handelsverbands, sehe aber trotzdem keinen Grund zur Panik. "Wir sehen derartige unbürokratische Notfall-Pakete zur kurzfristigen Unterstützung betroffener Unternehmen im Anlassfall sehr positiv. Langfristig gehen wir allerdings nicht davon aus, dass COVID-19 erhebliche dauerhafte Auswirkungen auf die Einzelhandelsmärkte in Europa haben wird. Immerhin sind wir heute viel besser gerüstet, eine derartige Krise zu meistern, als noch vor zehn Jahren", erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Er plädiert für eine breite Informations- und Aufklärungskampagne für die heimische Bevölkerung sowie eine akkordierte Zusammenarbeit der österreichischen Regierung mit den Nachbarstaaten. Außerdem wird man mit den Händlern und Nahversorgung in engem Austausch stehen.
Die österreichische Bevölkerung scheint sich aber dennoch zu wappnen, wie Hamsterkäufe bei Metro und Hofer zeigen. Vor allem die Nachfrage nach Konserven und Desinfektionsmittel sind stark gestiegen. Von beiden Seiten wird aber betont, dass es zu keinen Engpässen kommen wird und die Warenversorgung sichergestellt sei.

Onlinehandel könnte sogar profitieren

Nur dem Onlinehandel werden derzeit Umsatzsteigerungen prophezeit. Das liegt daran, dass Kunden aus Angst vor die Türe zu gehen und im stationären Handel einzukaufen, online bestellen. Bereits bei der SARS-Epidemie konnten solche Fälle beobachtet werden und führte sogar zur zweitgrößten chinesischen Online-Plattform JD.com. Entscheidend wird aber sein, ob der Onlinehandel die gesamte Lieferkette inkl. einer raschen Auslieferung sicherstellen kann.
stats