Handelsverband: Das Auto anstecken
 
Handelsverband

Das Auto anstecken

Kurt F. Domnik/pixelio.de
Der Handelsverband plädiert für Anreizsysteme bezüglich der E-Mobilitiät.
Der Handelsverband plädiert für Anreizsysteme bezüglich der E-Mobilitiät.

Hinter dieser zweideutigen Überschrift steht eine Nachhaltigkeits-Idee von großer Bedeutung: Wie schaffen wir Infrastruktur für E-Mobilität? Hier kommt der Handel ins Spiel.

Eines der großen Themen der vergangenen Jahre ist die E-Mobilität. Welche technischen Möglichkeiten haben wir, um aus der Abhängigkeit von Verbrennungskraftstoffen herauszukommen? Alldas hat mit Nachhaltigkeit zu tun, und inzwischen gibt es nicht nur E-Tankstellen für die mit Strom betriebenen Autos, sondern auch immer mehr dieser Autos selbst, und in Wien kann man sogar mit ein bisschen Glück in einem Tesla-Taxi chauffiert werden. Die Händler – vor allem die des LEH – bieten bereits Lademöglichkeiten auf ihren Kundenparkplätzen an. Allerdings braucht es weitere Anreize und auch Förderprogramme – idealerweise praxistauglich. Hier hakt der Handelsverband mit einem Vorschlag ein.

Anlässlich des Klimatags am 12. November 2019 hat der Handelsverband die Unterstützung des österreichischen Handels mit seinen Kundenparkplätzen beim Aufbau von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge eingefordert. „Der heimische Handel kann beim Auf- und Ausbau der Infrastruktur für die E-Mobilität eine zentrale Rolle spielen. Allein der Lebensmitteleinzelhandel hat mit 3.500 Betrieben in ganz Österreich zahlreiche Parkflächen, die mit Ladesäulen ausgerüstet werden können“, erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes. Hinzugefügt werden soll, dass von dieser Faktenbeschreibung der immer größer werdende Bereich der E-Mobilität von Lastkraftwagen/Lieferwagen noch nicht erfasst ist.

Wie gesagt, viele heimische Händler bieten bereits derartige Lademöglichkeiten an, u.a. durch Kooperationen mit privaten Anbietern wie Smatrics. Die Händler tragen mit ihrer Bereitschaft, solche Stationen zu etablieren, dazu bei, die Verbreitung der Elektromobilität in Österreich zu propagieren. Nach wie vor zögern aber viele Konsumenten bei der Anschaffung eines Elektroautos, einer der Hauptgründe ist eben die noch nicht ausreichende Infrastruktur: Es braucht einfach mehr E-Tankstellen. Für die Versorger wiederum rechnet sich der Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur derzeit kaum, weil noch zu wenig Elektroautos auf den Straßen unterwegs sind. Wie kommt man aus diesem Dilemma heraus? Die Antwort des Handelsverbands gibt Rainer Will: „Es braucht unbürokratische, praxistaugliche Anreizsysteme und zielgerichtete Förderprogramme, um entsprechende Lade-Infrastrukturprojekte flächendeckend anzustoßen.“ Es ist wieder einmal die Politik gefragt, sich hier etwas einfallen zu lassen.
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