Handelsverband : Handelsbetriebe plagen Exist...
 
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Handelsbetriebe plagen Existenzängste

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122 Handelsbetriebe hat der Handelsverband mittels einer Online-Befragung zu den Auswirkungen der Covid-Restriktionen befragt. Ergebnis: 55 Prozent der Handelsbetriebe plagen Existenzängste und jedes fünfte Unternehmen muss seine Pforten schließen.

Das Virus und damit einhergehende Sicherheitsmaßnahmen rund um Lockdowns und vergangene 2G-Bestimmungen im Handel lasten immer noch schwer auf der heimischen Wirtschaft. Eine aktuelle Blitz-Online-Umfrage des österreichischen Handelsverbandes unter 122 Handelsbetrieben zeigt, wie schwer: Zuletzt haben der vierte bundesweite Lockdown vergangenen November/Dezember und die seit 15. November geltende 2G-Regelung im Non-Food-Handel für einen Umsatzeinbruch in Milliardenhöhe gesorgt. Konkret kostet die 2G-Regelung pro Woche bis zu 350 Millionen Euro Umsatz, so der Handelsverband. Es sei somit "höchste Zeit", dass dies am 12. Februar ein Ende findet. Die allgegenwärtige Situation verursache derzeit Existenzängste bei mehr als der Hälfte der Befragten aus insgesamt 33 stationären Händlern, 10 Online-Händlern und 79 Omnichannel-Händlern.

Auch können 25 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Handelsbetriebe "nicht alle eingehenden Rechnungen decken". Die traurige Prognose: Innerhalb der kommenden sechs Monate könnten knapp 40 Prozent der befragten Non-Food-Handelsunternehmen von Zahlungsunfähigkeit betroffen sein; bei 8 Prozent der Befragten könnte es sogar innerhalb eines Monats soweit sein.

Ergebnisse im Detail
  • 55 Prozent der befragten Händler leiden zurzeit an Existenzängsten.
  • 3 Prozent müssen ihr Unternehmen in Kürze schließen, weitere 18 Prozent werden demnächst einzelne Filialen/Teilbereiche schließen müssen.
  • 39 Prozent könnten binnen 6 Monate von Zahlungsunfähigkeit betroffen sein, 8 Prozent sogar innerhalb eines Monats.
  • 25 Prozent können aktuell nicht alle eingehenden Rechnungen bedienen.


Abhilfe sollten Ausgleichszahlungen seitens der Bundesregierung schaffen. So einfach gestaltet sich die Sache allerdings nicht: Der Ausfallbonus III für Januar sei zwar ab heute beantragbar; allerdings: Ein Drittel der Handelsunternehmen zeige sich derzeit zwar "zufrieden mit der Abwicklung der Corona-Entschädigungen", für die Mehrheit bestehe allerdings "Handlungsbedarf", ortet die Befragung. Grund sei die große Hürde bei der Erfüllung der Voraussetzungen für den Erhalt von Mitteln aus dem Ausfallsbonus III und dem Verlustersatz. Den Kleinen fehle es an Cashflow, die Großen bekommen wegen der Deckelung nur einen Bruchteil ihrer tatsächlichen Verluste ersetzt. "Konstruktive Gespräche mit dem Finanzminister laufen derzeit", sagt Rainer Will, Handelsverband-Geschäfsführer. Und: Mehr als zwei Drittel der Betriebe würden derzeit sowieso nicht die Auflagen für einen Ausfallsbonus III erfüllen.

Nur 37 Prozent der Händler erfüllen überhaupt die Voraussetzungen für die Beantragung des Ausfallsbonus für November, für den Dezember sind es 29 und für Jänner 33 Prozent. Eines der konkreten Probleme sei die Definition des Vergleichszeitraums für Ausfälle: Damit eine Entschädigung auch für diese Handelsunternehmen "wirksam ist, sollte sich der Vergleichszeitraum auf den tatsächlichen Lockdown-Zeitraum beziehen und nicht auf einen monatsweisen Vergleich. Alternativ wäre auch die Betrachtung von Monatsmitte zu Monatsmitte denkbar", gibt Will zu Bedenken.
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