Handelsverband: Handel spricht sich gegen Pfa...
 
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Handel spricht sich gegen Pfand-Einwegflaschen aus

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Gemeinsam sprechen sich die Handelsketten gegen ein Pfandsystem für Einweggebinde aus.
Gemeinsam sprechen sich die Handelsketten gegen ein Pfandsystem für Einweggebinde aus.

In einem gemeinsamen Schreiben lehnen Handelsketten und der Handelsverband den Pfand auf Einwegflaschen als "ökologisch und ökonomisch falsche Lösung" ab.

Der Handel ist sich einig: In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sich Rewe International, Spar, Hofer, Metro Österreich, Müller, Top-Team Zentraleinkauf, Unimarkt, Heinemann, Prokopp und der Handelsverband gegen den Pfand auf Einweggebinde aus. Dieser würde die Mehrwegquote gefährden und wäre eine "vermeintlich schnelle aber ökologisch und ökonomisch falsche Lösung", wie es in dem Schreiben heißt. Weiter wäre die Umstellung für viele selbstständige Kaufleute zu kostspielig.

In dem offenen Brief an die Spitzenvertreter der ÖVP und den Grünen heißt es:

Der österreichische Handel hat ein hohes Interesse daran, seinen Beitrag zu umweltpolitischen Maßnahmen und zur Erfüllung der unionsrechtlich vorgegebenen Sammel- und Recyclingziele zu leisten. Die Einführung eines Einwegpfandes ist hierfür jedoch definitiv nicht der richtige Weg. Wir sind überzeugt, dass die EU-Vorgaben durch andere Maßnahmen weit besser erfüllt werden können.
Wir hoffen, vor einer politischen Entscheidung derart gravierender Tragweite Gehör zu finden, einbezogen zu werden und gemeinsam eine gesamtökologische und wirtschaftliche Lösung erreichen zu können.

Kosten höher als Nutzen
Als weitere Gründe gegen ein Pfandsystem wird genannt, dass für den heimischen LEH Investitionen in einer hohen dreistelligen Millionensumme für die benötigte Infrastruktur notwendig wäre, da die Mehrwegautomaten nicht für Einweg-Gebinde geeignet sind. Die zusätzlich notwendigen Stellflächen würden weitere Kosten verursachen und die unterschiedlichen Raumordnungen der Bundesländer würden den Umbau vieler Märkte stark erschweren. Schließlich wäre zusätzliches Personal notwendig, die Nahversorger müssten auch als Entsorgungsbetriebe fungieren.
Schließlich würde, wie in Deutschland, durch Einwegpfand die Mehrwegquote unter dem Pfand leiden: Im Nachbarland ging diese seit der Einführung des Pfandsystems um 22,3 Prozent zurück.

Als Alternative zu dem System wird der Ausbau und die Vereinheitlichung von öffentlichen Sammelstellen empfohlen. Eine flächendeckende Einführung der Gelben Tonne oder des Gelben Sacks - vor allem im städtischen Bereich - in Kombination mit der öffentlichen Bewusstseinsbildung wären laut dem offenen Brief an die Regierung begrüßenswerte Ansatzpunkte.
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