Handelsverband: Kann der Handel das Klima ret...
 
Handelsverband

Kann der Handel das Klima retten?

cocoparisienne - pixabay
Noch haben wir es in der Hand unsere Welt vor dem Klimawandel zu retten. Der Handel leistet dabei einen großen Beitrag.
Noch haben wir es in der Hand unsere Welt vor dem Klimawandel zu retten. Der Handel leistet dabei einen großen Beitrag.

Bei einer Live-Diskussion sprachen Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands Österreich und Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland über Corona, Klimawandel und die Auswirkungen auf den Handel.

Kann der Handel das Klima retten? Wenn es nach den Zuhörern der Live-Diskussion mit Stefan Genth und Rainer Will geht, so ist die Antwort ja! In Sachen Klimaschutz sind deutsche Handelsunternehmen laut Genth Vorreiter. Seit 2013 wurden bereits 50 Millionen Euro in die Klimaeffizienz investiert.

Aber auch in Österreich steht der Klimaschutz ganz oben auf der Agenda – zumindest vor Ausbruch der Coronapandemie. Viel wurde hierzulande schon für den Stopp des Klimawandels getan. Rainer Will: "Die geplante Steuerreform wird als ökologische Steuerreform umgesetzt. Klimaschutz ist vor allem eine Frage des finanziellen Anreizes." Zahlreiche freiwillige Vereinbarungen sind bereits Wirklichkeit: Beispielsweise das Einsparen von Plastiksackerl oder der Trend des "Unverpacktseins" der Ware. "Ein wichtiger und ungeklärter Punkt ist aber immer noch die Plattformhaftung der Händler aus Drittstaaten. Hier fordern wir dringend eine Lösung", so Will. Denn lange Lieferwege und die ebenso langen Wege der retournierten Ware wirken sich unmittelbar auf den CO2-Ausstoß aus.

Corona trübt die Kauflaune

Laut einer Konsumumfrage gaben ein Drittel der Österreicher weniger in der Krise aus als davor. 12 Prozent davon beschränkten sich auf lebensnotwendige Güter. "
Dank der radikalen Maßnahmen der Bundesregierung können wir jetzt wieder `hochfahren´ – nur steigt natürlich nicht gleichzeitig die Kauflaune. Jetzt befinden wir uns in einer Wirtschaftskrise – da wird noch einiges auf uns zukommen. Liquidität ist hier das Thema, also sofortige Cash-Mittel", so Will. Deshalb setzt sich der österreichische Handelsverband für eine vorgezogene Steuerreform und sogenannte "Österreichschecks" ein, die Ausgabe von Schecks im Wert von mindestens 500 Euro an alle Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich – vom Kind bis zum Pensionisten.

Auch in Deutschland sieht Genth den Konsum massiv beeinträchtigt. "Die Hamsterkäufe der ersten Tage und Wochen haben sich wieder abgemildert. Jetzt erleben im Lebensmittelhandel ein Abflauten des Umsatzes, auch der E-Commerce ist eingebrochen. Die Bevölkerung hat keine Konsumlust mehr. Wir brauchen dringend einen Rettungsfond für Non-Food-Unternehmen."


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