Handelsverband: Onlinehändler unter Druck
 
Handelsverband

Onlinehändler unter Druck

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Laut einer Studie des Handelsverbandes hat jeder fünfte Onlineshop Probleme bei der Verfügbarkeit der gelisteten Waren.

Zusammen mit der ZHAW School of Management and Law (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) und dem MCI - Management Center Innsbruck hat der Handelsverband einen analytischen Blick auf die Online-Handelslandschaft in Österreich und der Schweiz geworfen. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will fasst die Studienergebnisse zusammen: "Der Ukraine-Krieg und die historisch hohe Inflation haben einen Nachfrageschock ausgelöst, der auch vor dem Onlinehandel nicht haltmacht. Darüber hinaus kämpft jeder vierte Onlinehändler mit langen Lieferzeiten oder Lieferverzögerungen, jeder fünfte mit Verfügbarkeitsproblemen und Rohstoffknappheit. Vor allem die Fernost- und Überseefracht bereitet wegen teilweise gesperrten Häfen und fehlenden Containern Schwierigkeiten. Das führt zu Kostensteigerungen von der ersten bis zur letzten Meile bei rückläufigen Umsätzen."

Im Rahmen der Studie wurden auch Erfolgsfaktoren für den Onlinehandel untersucht. Am wichtigsten hat sich dabei die Qualität der Produkte herausgestellt, gefolgt von der Exklusivität als auch der Markenstärke. Ebenfalls relevant: Kundenorientierung, Produktverfügbarkeit und die Breite des Sortiments.

Auffallend ist, dass jeder dritte erfolgreiche Onlineshop-Betreiber gutes Onlinemarketing als Erfolgsfaktor angibt. Dabei wird hauptsächlich auf die Social Media-Plattformen Facebook (94 %) und Instagram (86 %) gesetzt. Von 41 Prozent wird die Videoplattform YouTube als Werbekanal genutzt. Im B2B-Bereich ist hingegen das Business-Netzwerk LinkedIn (39 %) auf dem Vormarsch. TikTok wird bereits von 15 Prozent der Onlinehändler zu Werbezwecken genutzt – Tendenz stark steigend.

Kosten beim Cross-Border-Versand sparen

Thomas Hagemann, Gründer und Co-CEO von Seven Senders, der führenden Delivery-Plattform in Europa, zeigt auf, wie E-Commerce-Anbieter die Krise als Chance nutzen können und welche Möglichkeiten sie haben, um Kosten einzusparen. 

"Onlinehändler sollten ihren Kunden daher umweltfreundlichere Lieferoptionen anbieten und sie darüber informieren", so Thomas Hagemann. Wissen Käufer beispielsweise, dass die Abholung eines Pakets an einer Abholstation den CO2-Ausstoß auf der letzten Meile deutlich reduziert, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich für diese Lieferoption entscheiden und laut ihm den Onlineshop positiv wahrnehmen.

"Das Angebot einer Out-of-Home-Liefer- und Rücksendeoption (OOH), sorgt zudem für weitere Kosteneinsparungen bei gleichzeitiger Reduzierung der CO2-Emissionen auf der letzten Meile um bis zu 50 Prozent", meint Hagemann.

Zusammenfassend: Nachhaltige Lieferoptionen und eine Neuevaluierung des Lieferdienstes werden seitens des Fachmannes empfohlen.

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