Handelsverband: Private Ausgaben rückläufig
 
Handelsverband

Private Ausgaben rückläufig

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Die Prognose des Handelsverbandes geht davon aus, dass die Konsumausgaben dieses Jahr um 16 Millionen Euro geringer ausfallen.

Bereits im Mai hat der Handelsverband einen Ausblick gewagt, wie der heimische Handel unter Corona leiden könnte. Im Best-Case-Szenario hätten Investitionsgüter und Dienstleistungen besonders stark zurückstecken müssen, während der Handel glimpflich davongekommen wäre. Die aktuelle Prognose weist aber auf wesentlich drastischere Folgen hin, wie Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zusammenfasst: "Wir gehen für 2020 von einem zusätzlichen Konsumrückgang im Ausmaß von mindestens einer Milliarde Euro aus. Die Coronakrise lässt die privaten Haushaltsausgaben heuer um mehr als 16 Milliarden Euro einbrechen. Der heimische Handel muss sich damit im Winter warm anziehen."

Am stärksten Betroffen ist der Modehandel mit 13,9 Prozent Umsatzrückgang, Schuhe mit minus 11,4 Prozent und Baubedarf mit 6,1 Prozent weniger. Das Minus im Bereich Mode, Schmuck und Uhren ist auch auf den fehlenden Tourismus zurückzuführen. "Segmente wie Getränke, Heimtextilien oder Sportgeräte haben sich im Vergleich zur Mai-Prognose ebenfalls leicht rückläufig entwickelt", sagt Studienautor Andreas Kreutzer von Branchenradar.com. Dazu ergänzt Will: "Corona wirft einen langen Schatten auf das Konsumklima. Das zeigt sich jetzt insbesondere bei kostspieligen Anschaffungen, etwa Autos. Jeder fünfte Österreicher verschiebt zurzeit größere Anschaffungen im Handel oder streicht diese komplett. Noch immer beschränken sich 12 Prozent ausschließlich auf den Kauf lebensnotwendiger Güter."

Die Verluste aus dem stationären Handle konnten mancherorts zumindest teilweise vom E-Commerce abgefedert werden. Dazu Will: "Corona war wie ein digitaler Urknall. Das gilt besonders für das Smartphone-Shopping. Hier haben wir innerhalb eines Jahres einen massiven Zuwachs von mehr als 50 Prozent erlebt." Dementsprechend werden die privaten Haushaltsausgaben im Onlinehandel um 13 Prozent wachsen. Der Handelsverband geht von einem E-Commerce-Anteil der Einzelhandelsausgaben in Höhe von 11 Prozent aus.

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