Coronavirus : Verwirrung um Maskenpflicht
 
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Bisher hieß es: Im "nicht lebensnotwendigen" Handel fällt die FFP2-Maskenpflicht. Ein teilweises Zurückrudern des Gesundheitsministeriums einen Tag vor den Öffnungsschritten sorgt für Unmut und Unverständnis in der Branche.
Bisher hieß es: Im "nicht lebensnotwendigen" Handel fällt die FFP2-Maskenpflicht. Ein teilweises Zurückrudern des Gesundheitsministeriums einen Tag vor den Öffnungsschritten sorgt für Unmut und Unverständnis in der Branche.

Der morgige Tag ist für den Handel ein heiß ersehnter. Die FFP2-Maskenpflicht sollte ursprünglich mit 5. März lediglich im "lebensnotwendigen Handel" gelten, wie Lebensmittelgeschäfte oder Apotheken. Aktuell herrscht aber Chaos im Vorfeld der Öffnungsschritte.

Das Gesundheitsministerium macht derzeit nicht nur Schlagzeilen mit dem Rücktritt des seit gestern Ex-Gesundheitsministers Wolfang Mückstein (Grüne), sondern auch mit einer neuen Regelung, die mit dem morgigen oft in den Medien zitierten "Freedom Day" in Zusammenhang stehen. Konkret geht es darum, dass die FFP2-Maskenpflicht, entgegen der Ankündigung beim letzten Öffnungsgipfel der Bundesregierung, nun doch auch in vielen Geschäften abseits des täglichen Bedarfs bestehen bleiben soll. Laut Aussendung des Österreichischen Handelsverbands solle diese Entscheidung allerdings eine "absurde Situation" herbeiführen. Nämlich: Viele Handelsgeschäfte, die im harten Lockdown schließen mussten, gelten nun als "lebensnotwendig".

Unter diese neue Regelung fallen, nach rechtlicher Begründung des Ministeriums, auch Mischbetriebe, die Waren wie Tierfutter, Medizinprodukte, beispielsweise Pflaster, oder auch Sicherheits- und Notfallprodukte, wie Brennstoffe, verkaufen würden. So müssten Kunden und Beschäftigte beispielsweise in einem Baumarkt, in dem auch Brennstoffe oder Tierfutter verkauft werden, weiterhin im gesamten Geschäft eine FFP2-Maske tragen. Auch in einem Möbelhaus, in dem Leuchtmittel verkauft werden, gelte demnach die FFP2-Maskenpflicht weiterhin.

Für den Handelsverband stünde die "Gesundheit der Konsumenten an oberster Stelle", jedoch äußert dieser Kritik an der mangelnden "Rechts- und Planungssicherheit", die diese Regelung für die Betriebe verursache. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands: "Kompliziert, komplizierter, Österreich. Wie sollen unsere Kundinnen und Kunden mit dieser realitätsfernen Regelung des Gesundheitsministeriums noch verstehen, wo sie künftig verpflichtend eine FFP2-Maske tragen müssen und wo nicht?" Man fordere daher eine "klare Abgrenzung, wann ein Geschäft als lebensnotwendig einzustufen ist", sagt er.

Die Bundeshauptstadt Wien geht einen Sonderweg. Hier gilt weiterhin die FFP2-Maskenpflicht für Erwachsene und Kinder ab 14 Jahren im gesamten Handel, also in Geschäften des täglichen Bedarfs und im restlichen Handel, wie Modegeschäfte, Buchhandel, Baumärkte. Für körpernahe Dienstleistungen, wie Friseure, muss eine FFP2-Maske getragen und ein 3G-Nachweis vorgelegt werden. PCR-Testergebnisse dürfen nicht älter als 48 Stunden sein, Antigen-Tests sind nicht gültig. In Restaurants und Cafés gilt weiterhin die 2G-Regel. Kunden müssen, außer auf dem eigenen Sitzplatz, eine FFP2-Maske tragen.
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