Handelsverband: Wer kann Pfand?
 
Handelsverband

Wer kann Pfand?

Mizianitka - pixabay.com

Für den Handelsverband steht fest, dass ländliche Nahversorger unter einem Pfandsystem leiden würden.

Der 10-Punkte-Plan von WKO-Generalsekretär Karlheinz Kopf zur Vereinheitlichung des heimischen Entsorgungs-Systems wird vom Handelsverband unterstützt. In einer Aussendung heißt es: "Das Konzept ist nicht nur volkswirtschaftlich kostengünstiger als alle alternativen Modelle, es vermeidet eine weitere Belastung der Konsumenten und erfüllt darüber hinaus alle abfallpolitischen Zielvorgaben – nicht nur die 90-Prozent-Getrenntsammelquote für Kunststoffflaschen bis 2029."

Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes dazu: "Pfandbefürworter haben sich auf das Einwegpfand eingeschossen und lassen dabei wesentliche Fakten außen vor. Wir müssen künftig nicht nur mehr Plastikflaschen getrennt sammeln, sondern auch die erhöhte Kunststoff-Recyclingquote von 50 Prozent bis 2025 erreichen. Das ist nur möglich, wenn beide Ziele gemeinsam und nicht isoliert betrachtet werden."
Wichtig ist dem Handelsverband zudem, dass ein Pfandsystem mit signifikanten Mehrkosten für die verantwortlichen Händler eingeführt werden müsste. Der dadurch steigende Bedarf an Lagerflächen, Maschinen und Personal würde gerade dem ländlichen Bereich schaden, wo viele Handelsunternehmen und Kaufleute die damit in Zusammenhang stehenden Investitionen und laufenden Kosten nicht aufbringen könnten.

"Dass die Investitionskosten wie auch die laufenden Kosten des Einwegpfandes in der Studie des Bundesministeriums zu optimistisch bewertet wurden und ein Pfandsystem tatsächlich über 60 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr verursachen würde, können wir – entgegen anderweitiger Aussagen von Pfandbefürwortern – klar belegen", so Rainer Will abschließend.
stats