Handelsverband/Coronavirus: Fachmarktzentren ...
 
Handelsverband/Coronavirus

Fachmarktzentren öffnen, Shoppingcenter nicht

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Geschäfte in Shoppingcentern dürfen unter bestimmten Bedingungen öffnen.
Geschäfte in Shoppingcentern dürfen unter bestimmten Bedingungen öffnen.

Der Handelsverband gibt einen Überblick über die Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen des Gesundheitsministeriums.

Das wichtigste zuerst: Die Maskenpflicht für Kunden wird über den Lebensmitteleinzelhandel ausgeweitet. Die Öffnungszeiten werden auf 19 Uhr beschränkt. Bei Missachtung kann es zu einer Geldstrafe bis zu 30.000 Euro kommen. Geschäfte mit einer Größe bis zu 400 Quadratmeter dürfen wieder öffnen, eine künstliche Verkleinerung der Geschäftsflächen ist nicht zulässig. Veränderungen der Größe des Kundenbereichs, die nach dem 7. April 2020 vorgenommen wurden, haben bei der Ermittlung der Größe des Kundenbereichs außer Betracht zu bleiben.  

Folgende Bereiche werden vom Betretungsverbot "zum Zweck des Erwerbs von Waren oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen" ab 14.04. zusätzlich ausgenommen:

  • Tankstellen und angeschlossene Waschstraßen
  • KFZ- und Fahrradwerkstätten
  • Baustoff-, Eisen- und Holzhandel, Bau- und Gartenmärkte (unabhängig von der Größe)
  • Pfandleihanstalten und Handel mit Edelmetallen
  • Kleinere Händler, wenn der Kundenbereich im Inneren max. 400 Quadratmeter beträgt 

Komplizierte Lösung

Die Lösung für Fachmarktzentren in Einkaufszentren ist umständlich: Kleine Geschäfte in Fachmarktzentren dürfen wie erwartet öffnen, jene in Einkaufzentren (mit einer baulichen Verbindung der einzelnen Geschäfte, sofern der Kundenbereich über das Verbindungsbauwerk betreten wird) hingegen nur dann, wenn der Kundenbereich der einzelnen Geschäfte insgesamt nicht mehr als 400 Quadratmeter beträgt. Hier hatte der Handelsverband im Sinne der Fairness auf eine andere Lösung gehofft.

Maskenpflich für alle

Ab 14. April müssen dann auch alle Handelsmitarbeiter mit Kundenkontakt sowie die Kunden selbst eine "gut abdeckende mechanische Schutzvorrichtung" (sprich Maske oder Schal etc.) tragen. Eine Ausnahme gilt nur für Kinder bis zum 6. Lebensjahr. Jedoch sind die Händler nicht verpflichtet, diese für die Kunden zur Verfügung zu stellen. Auch der Mindestabstand ist einzuhalten. Dieser soll von den Händlern "durch geeignete Maßnahmen sichergestellt werden". Das heißt, pro 20 Quadratmeter Geschäftsfläche darf sich maximal ein Kunde aufhalten. Ist der Kundenbereich allerdings kleiner als 20 Quadratmeter, darf jeweils nur ein Kunde das Geschäft betreten. Baumärkte, Gartencenter, Lebensmittelhändler und Drogeriemärkte sind von dieser Regel ausgenommen. Allerdings muss auch hier der Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten werden.

Öffnungszeiten & Strafen

Die neuen Öffnungszeiten sind bis auf weiteres auf 7.40 Uhr bis 19 Uhr festgelegt. Wenn sich mehr Kunden als erlaubt in einem Geschäft aufhalten, riskiert der Händler eine Geldstrafe bis zu 3.600 Euro. Sperren Händler mit einer Geschäftsfläche über 400 Quadratmeter trotzdem auf, so wird das mit bis zu 30.000 Euro geahndet. "Die vorgesehenen Strafen sind sowohl für Kunden als auch für Händler alarmierend hoch", merkt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will an. "Gerade für die kleinen Händler wird es in der Praxis allerdings schwierig sein, jene Kunden abzuweisen, die dem Maskengebot zuwiderhandeln."

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