Handelsverband/Coronavirus: Starke Umsatzrück...
 
Handelsverband/Coronavirus

Starke Umsatzrückgänge erwartet

pixabay.com - stevepb

Sechs von zehn KMU-Händler erwarten im April um die Hälfte weniger Einnahmen, wie eine Handelsverband-Umfrage zeigt.

Rund einen Monat lang war der Handel von den Corona-Schutzmaßnahmen betroffen, manche Geschäfte haben bislang ihre Pforten noch immer nicht geöffnet. Wie die heimischen Handels-KMUs die aktuelle Situation bewerten, hat der Handelsverband gefragt. Drei Viertel der Unternehmen geben an, dass der Shutdown sich - kaum verwunderlich - negativ auf den Umsatz im stationären Handel auswirkt. Ein Drittel der Händler gibt allerdings auch an, dass der Umsatz im Onlinehandel rückläufig ist.

Trotz der Lockerung der Maßnahmen und der Möglichkeit zur bedingten Öffnung seit 14. April erwarten die befragten Händler keine schnelle Rückkehr zur geschäftlichen Normalität: 80 Prozent erwarten eine negative Umsatzentwicklung, fast 60 Prozent gehen sogar von einem Geschäftsrückgang um mehr als die Hälfte aus.

Webshops, so zeigt die Umfrage, haben sich zu einem beliebten Tool zur Kompensation der Umsatzrückgänge durch die stationären Schließungen entwickelt. So haben 14 Prozent der KMU-Händler wegen der Coronakrise einen Webshop gestartet, weitere 24 Prozent haben ihr Online-Angebot ausgebaut. Die entgangenen Einnahmen können dadurch jedoch nur teilweise kompensieren: Den Umsätzen im E-Commerce in der Höhe von 50 Millionen Euro stehen laut dem Handelsverband wöchentliche Umsatzverluste von bis zu einer Milliarde Euro gegenüber.

Die Mitarbeiter zur Kurzarbeit haben 42 Prozent der Branchen-KMUs angemeldet, 17 Prozent mussten sogar Mitarbeiter entlassen. Neueinstellungen haben im März nur vier Prozent der Befragten vorgenommen. Rund die Hälfte der Unternehmen haben bereits finanzielle Hilfe aus dem Corona-Rettungsschirm in Anspruch genommen oder planen, dies zu tun. Besonders belastend für viele KMUs ist die immer geringer werdende Liquidität. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will erklärt: "in Viertel unserer KMU-Händler sagt, dass sie innerhalb eines Monats von Zahlungsunfähigkeit betroffen sein könnten. Sieben Prozent der Unternehmen mussten bereits schließen oder werden in Kürze den Betrieb einstellen."

Als Mittel zur Entlastung empfehlen die befragten Unternehmen der Regierung, dass die Hilfsmittel leicht und unbürokratisch beantragbar sein sollen (62 Prozent), dass die Unterstützungsleistungen möglichst umfangreich ausfallen (57 Prozent) und dass die Hilfsgelder schnell ausgezahlt werden (51 Prozent).

Im Rahmen der Umfrage wurden 233 KMU-Händler (52 stationäre, 41 online und 140 omnichannel) befragt.
stats