Handelsverband/WIFO/WKO: Weihnachtsgeschäft w...
 
Handelsverband/WIFO/WKO

Weihnachtsgeschäft wird schwach wachsen

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Der heimische Handel wird zum Feiertag zulegen, beim Gesamtjahresergebnis legt der Distanzhandel überproportional zu.

Zu Weihnachten kann der Österreichische Handel laut dem Handelsverband und dem Wirtschaftsforschungsinstitut mit einem Netto-Mehrumsatz von 1,22 Milliarden Euro rechnen. Das entspricht einem Wachstum von 1,2 Prozent, das gesamte Umsatzvolumen wird auf 6,4 Milliarden Euro geschätzt. "Optimistisch stimmen uns die nach wie vor hohe Beschäftigungsquote und die stabile Konsumnachfrage. Skeptisch machen uns allerdings die schwachen Umsätze im Herbst und das konjunkturelle Schneegestöber", kommentiert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will die Zahlen.


Besonders kritisch sieht er die Aktionstage im Herbst - wie der Black Friday - verringern die weihnachtlichen Umsätze. Der "Cyber Monday" am 2. Dezember wird jedoch schon zum Festtags-Geschäft gezählt. Eine leichte Verzerrung erfährt das Bild durch die Beliebtheit von Gutscheinen: Diese werden nicht beim Kauf, sondern erst beim Einlösen als Umsätze gezählt.

Der Handelsverband und das WIFO gaben auch eine Jahresprognose für den heimischen Handel ab. Dieser wird einen stationären Bruttoumsatz von 72,8 Milliarden Euro (+ 1,5 %) erwirtschaften, während auf den Online-Handel rund 4 Milliarden (+ 5,3 %) entfallen. Zusammen ergeben die 76,8 Milliarden Euro ein Gesamt-Plus von 1,7 %. Ein Problem dabei beschreibt Will: "Problematisch dabei ist, dass die Kostenseite stärker ansteigt, weshalb die Schere weiter aufgeht. Daher kommt dem Weihnachtsgeschäft auch für das Gesamtjahr eine große Bedeutung zu."

Blick nach Wien
Alleine auf die Bundeshauptstadt entfallen beim Weihnachtsgeschäft 335 Millionen Euro, wie die Wirtschaftskammer Wien berichtet. Das soll durch die Kommunikationsoffensive "Wer Wien liebt, kauft in Wien ein" angekurbelt werden. Laut der Kammer ist die Stimmung bei den Händlern gut: 20 % erwarten Umsatzzuwächse, 60 % ein stabiles Geschäft. Laut der KMU Forschung Österreich liegen die Gesamtausgaben pro Wiener Geschenkekäufer bei 350 Euro. Gekauft wird vermehrt mit Omnichannel-Ansatz: 38 % kaufen stationär und online ein. Im Oktober oder früher kaufen bereits 19 % der Konsumenten ihre Geschenke, 37 % kaufen hingegen kurz vor dem 24. Dezember ein.

Am beliebtesten sind Bücher (unter 48 % der Weihnachtsbäume) gefolgt von Gutscheinen (38 %), Textilien (34 %) und Spielwaren (33 %). Auch Kosmetika (27 %), Genussmittel (26 %) und Bargeld (20 %) sind beliebt. Mit den Gutscheinen und Geldgeschenken verhält es sich auch in Wien wie vom Handelsverband beschrieben: Durch das immer spätere Einlösen verschieben sich die Umsätze nach hinten. So berichtet die WK Wien, dass mehr als die Hälfte der Geld/Gutschein-Geschenke erst im Februar oder später eingelöst werden.

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