Rewe/BWB: Hausdurchsuchungen beendet
 
Rewe/BWB

Hausdurchsuchungen beendet

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Rewe Vorstandsvorsitzender Frank Hensel
Rewe Vorstandsvorsitzender Frank Hensel

Eine Woche dauerten die Hausdurchsuchungen der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) bei der Rewe International AG an. Nun teilt Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der Rewe International AG in einer OTS-Presseaussendung (6.3., 16.38 Uhr) mit, man sei gemeinsam mit der BWB übereingekommen, die laufenden Hausdurchsuchungen zu beenden „und vertrauen darauf, dass nun von allen Seiten sachliche Ruhe einkehrt.“ Die kontinuierlichen Medienberichte über Preisabsprachen im Lebensmittelhandel hätten die Konsumenten in Österreich verunsichert, hält Hensel fest.

„Wir weisen diesen Vorwurf zurück. Sollte in Einzelfällen doch ein Fehlverhalten der Rewe International AG erkannt werden, würden wir für mögliche Fehler natürlich gerade stehen."

Der Verdacht von vertikalen und horizontalen Preisabsprachen war der Grund für die Hausdurchsuchungen im Konzern. Den dafür benötigten gerichtlich genehmigten Hausdurchsuchungsbefehl gibt es nur in begründeten Verdachtsfällen. Womit Dr. Theodor Thanner, Generaldirektor der BWB, auch indirekt bisherige Angriffe einiger Branchenteilnehmer und anderer Personen abwehrte, die Verdachtsmomente samt Hausdurchsuchung bei der Rewe in Zusammenhang mit dem Ablauf bzw. der Neuernennung seiner Funktion bringen, die im Juni fällig wäre.   

Corinna Tinkler, Unternehmenssprecherin der Rewe International AG, hatte in einer OTS-Pressemitteilung die Bundeswettbewerbsbehörde aufgefordert, die gesetzliche Amtsverschwiegenheit zu wahren und keine mediale Vorverurteilung vorzunehmen und dadurch Verunsicherung auszulösen. Grund dafür waren in verschiedenen Medien zitierte Aussagen von Thanner, u. a. wurde er auf krone.at so zitiert: "Unser junges Team hat toll gearbeitet, wir wollen noch vor Ostern den ersten Antrag ans Kartellgericht stellen."

Außerdem hieß es aus der BWB, die Kooperation mit der Rewe sei sehr schwierig, es herrsche eine aggressive Stimmung vor, was auch bei einem Hintergrundgespräch in der Bundeswettbewerbsbehörde nochmals bekräftigt wurde. Die Rewe reagierte darauf prompt – in einer weiteren OTS-Meldung meldete sich Corinna Tinkler erneut zu Wort: „Wir waren von Anfang an kooperativ und haben der Bundeswettbewerbsbehörde Zugang zu allen Dokumenten und Daten gewährt. Die Länge des Verfahrens ist in anderen Ursachen zu suchen. Leider ist die Behörde von Anfang an nicht besonders koordiniert vorgegangen und musste deshalb Belege und Ordner mehrmals sichten“.

Dieses Vorgehen und die nicht zielgerichtete Suche der Behörde behindere den Geschäftsbetrieb des Unternehmens. „Das von der BWB kolportierte aggressive Verhalten“ wies Tinkler dezidiert zurück und sagte, es sei im Sinne des Unternehmens, dass die Hausdurchsuchung bald abgeschlossen wird, „dann können wir unseren normalen Geschäftsverlauf endlich wieder aufnehmen“. Von Konzernseite wird es zum laufenden Verfahren ab sofort keinerlei Stellungnahmen mehr geben, so Tinkler abschließend. Allerdings meldete sich der Rechtsanwalt der Rewe International AG per Brief bei der BWB und forderte die Amtsverschwiegenheit ein. Danach stellte Theodor Thanner fest, dass auf Wunsch des Konzerns, der legitim ist, sämtliche Unterlagen versiegelt beim Kartellgericht deponiert sind. 

Die Kronzeugenregelung gilt nach wie vor in der Causa, bis Redaktionsschluss hat sich aber dem Vernehmen nach kein Kronzeuge gemeldet. Offen ist, weil es sich um den Verdacht eines Sternkartells handelt, welche weiteren Schritte die BWB auf Handels- und Lieferantenseite noch setzen wird. Frank Hensel bedauert in geschilderter OTS-Presseaussendung zutiefst, „dass unser Unternehmen seit Tagen mit negativen Schlagzeilen in den Medien steht“ und hält weiters fest: „Die REWE International AG ist mit mehr als 38.000
Mitarbeitern, Tausenden heimischen Lieferanten und Millionen Kunden
ein in Österreich tief verwurzeltes Unternehmen. Wir sehen es als unsere Pflicht, dass wir unseren Mitarbeitern ein sicherer Arbeitgeber, unseren Lieferanten ein fairer Partner und unseren Kunden ein verlässlicher Lebensmittelhändler sind."

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