Frutura: Heile Thermal-Gemüsewelt
 
Frutura

Heile Thermal-Gemüsewelt

Heinz Peter Bader
Spar-Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel, Frutura-Eigentümer Manfred Hohensinner mit seiner Tochter Katrin, Günther Lichtblau, Experte für Treibhausgas-Bilanzierung im Umweltbundesamt und Franz Städtler, Frutura Gesellschafter. © Heinz Peter Bader
Spar-Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel, Frutura-Eigentümer Manfred Hohensinner mit seiner Tochter Katrin, Günther Lichtblau, Experte für Treibhausgas-Bilanzierung im Umweltbundesamt und Franz Städtler, Frutura Gesellschafter. © Heinz Peter Bader

Frutura produziert Obst und Gemüse ganzjährig in Österreich, genauer gesagt der Steiermark. Die Frutura Thermal-Gemüsewelt hilft damit, die Importe aus dem Ausland zu senken und die Wertschöpfung im Inland zu halten.

Manfred Hohensinner, Johann Schwarzenhofer und Franz Städtler sind drei ehemalige Milchbauern aus der Oststeiermark, die sich vor rund 18 Jahren nebenberuflich dem Gemüseanbau gewidmet haben. Ihr Ziel war es, das ganze Jahr über - auch bei winterlichen Temperaturen - Tomaten, Paprika und andere Gemüsesorten zu produzieren, die geschmacklich der Sommerernte um nichts nachstehen. Dazu hatten sie die Idee, das heiße Thermalwasser aus Bad Blumau für ihr Gewächshaus zu nutzen und damit gleichzeitig klimaschonend zu produzieren. Das Wasser des steirischen Thermenlandes reicht aus, um den gesamten Energiebedarf der Gewächshäuser zu decken.

„Den Gedanken, regionales Gemüse auch in der kalten Jahreszeit auf der Grundlage der Geothermie, also der Wärmenutzung der in unserer Heimatregion vorhandenen Thermalquellen, möglichst umweltschonend anzubauen, hatte ich schon vor 18 Jahren. Der Weg von der Idee bis zur Realisierung war lang, oft schwierig, aber er hat sich ausgezahlt“, sagt Frutura-Eigentümer Manfred Hohensinner anlässlich der Präsentation der Thermal-Gemüsewelt im Wiener Palmenhaus.

Um das Projekt überhaupt realisieren zu können, mussten Tiefenbohrungen in Millionenhöhe durchgeführt werden - für die Gründer war das mit einem hohen finanziellen Risiko verbunden. Insgesamt wurden 50 Millionen Euro in die Frutura Thermal-Gemüsewelt investiert und die Gründer können - viele bürokratische Hürden später - endlich ihre Produkte vermarkten.

Als Partner stand Spar zur Seite: Zwar nicht finanziell, wie Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel erklärt, aber dafür mit einer Abnahmegarantie. „Heimisches Gemüse anstelle von Importen, umweltschonend angebaut und verfügbar das ganze Jahr auch in den kalten Monaten – das ist es, was sich unsere Kundinnen und Kunden wünschen. Die ersten Rückmeldungen zum süßen und vollen Geschmack zeigen uns, dass das Vertrauen in die Frutura als Produzent unserer Premium-Tomaten goldrichtig war", sagt Drexel.  

Gemüse von Frutura gibt es ab sofort ganzjährig bei der Spar unter der Marke Frutura sowie der Eigenmarke Spar Premium. 

Eigenversorgung in Österreich
Rund 80 % der hierzulande verkauften Tomaten werden importiert. Die Eigenversorgung mit Paprika liegt bei 34 %, 66 % kommt aus dem Ausland. Frutura will dem entgegen wirken: Zum einen, da das angebaute Gemüse ganzjährig aus Österreich bezogen werden kann und zum anderen, da von nun an auch Sorten, die bisher nur im Ausland angebaut wurden, in der Steiermark wachsen.

So funktioniert das Thermale Gewächshaus
Das bis zu 125° C heiße Thermalwasser wird über eine Tiefenbohrung an die Oberfläche gepumpt, dort wird in einem technischen Verfahren die Wärme entnommen, ehe das Wasser über eine zweite Bohrung wieder zur Gänze in 3.500 Meter Erdtiefe rückgeführt wird. Auf diese Weise entsteht ein geschlossener Kreislauf, in dem nachhaltig Wärme gewonnen, aber kein Wasser verbraucht wird. Laut Günther Lichtblau vom Umweltbundesamt können durch die Nutzung des Thermalwassers für das Beheizen der Gewächshäuser in der Frutura Thermal-Gemüsewelt im Endausbau mehr als 28.000 Tonnen CO2 jährlich, im Vergleich zu mit Erdgas beheizten Gewächshäusern, eingespart werden. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch von 20.500 Haushalten in Österreich, so der Experte für Treibhausgas-Bilanzierung.

In der Frutura Thermal-Gemüsewelt wachsen das ganze Jahr über saftige Tomaten. © Klug.
Klug.
In der Frutura Thermal-Gemüsewelt wachsen das ganze Jahr über saftige Tomaten. © Klug.


© Rene Strasser
Rene Strasser
© Rene Strasser
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