LEH-Rückblick 2008: Hoffnungsschimmer
 
LEH-Rückblick 2008

Hoffnungsschimmer

Teuerungswelle, Konsumfrust – so gesehen hätte es auch schlimmer kommen können: Bis September 2008 wuchs der LEH immerhin um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine höhere Inflationsrate vereitelte jedoch ein reales Wachstum.

Der Rewe/Adeg-Deal sorgte bei Händlerkollegen für Empörung, für die Teuerungswelle machte man dann gleich den ganzen Handel zum Buhmann und die Hersteller und Lieferanten waren extrem sparsam mit ihren Kommentaren zur Lage der Branche, um nur ja keinen ihrer Kunden zu vergrämen.

Diskonter wachsen stärker

Im Jahr 2008 lagen demnach vielfach die Nerven blank. Doch trotzdem verkündeten die Händler frohgemut – zumindest noch bis Mitte Dezember des Vorjahres – dass dieses für sie recht gut gelaufen sei. Spar-Präsident Dr. Gerhard Drexel sagte, die Spar sei von der Krise noch nicht betroffen; Billa-Vorstandssprecher Mag. Volker Hornsteiner vermeldete, dass Billa stark über Plan und über dem Vorjahr liege. Zielpunkt sei dem Vernehmen nach ebenso gut unterwegs, die Großhändler der Nah&Frisch-Gruppe sind mit den Geschäften zufrieden – dann blieben noch die Diskonter. Und für die – namentlich Hofer und Lidl – fällt der erste Rückblick von Nielsen besser als für alle anderen aus. Auflaufend bis September 2008 stieg deren Marktanteil von 22,2 auf 22,6 Prozent, im 3. Quartal lagen sie sogar bei 23,5 %. Beim Umsatz legten sie im auflaufenden Jahr bis September 2008 um 6,5 Prozent zu, der übrige LEH vergleichsweise um 4,1 Prozent.

Eigenmarken legen zu

Wenig überraschend ist, dass die Ära der Eigenmarken in Zeiten, in denen die Verbraucher bewusster einkaufen, eine rosige ist. Nielsen weist in den regelmäßig erhobenen Food-Warenkörben inkl. Hofer und Lidl einen Eigenmarkenanteil von knapp 30 Prozent aus, das ist ein Plus von mehr als einem Prozentpunkt. Exklusive Hofer und Lidl beträgt der Eigenmarkenanteil an Food-Gesamt 14 Prozent (YTD 2008, bis KW37/08), bei Drug-Gesamt auf selbiger Basis und im gleichen Zeitraum 16,6 Prozent.

Promotions blühen auf

Zur Beliebtheit der Eigenmarken gesellt sich der schnelle Griff der Verbraucher zu Promotions und Sonderangeboten. 2008 registrierte Nielsen einen deutlichen Anstieg des Promotionniveaus, bei dem Getränke und Waschmittel weiterhin an der Spitze liegen. Die steilsten Promotionkurven nach oben gab es aber bei Mopro, Körper-, Haar- und Mundpflege.

Bis die Händler tiefer in ihr Umsatzjahr 2008 blicken lassen, dauert es noch ein wenig. Bis dahin wird jedenfalls nicht gejammert, sondern verkauft, was das Zeug hält.
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