IHaM: Die Folgen von Lockdown #5
 
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Die Folgen von Lockdown #5

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Beim fünften Lockdown werden besonders jene Händler getroffen, die von dem Geschäft der Vorweihnachtszeit abhängig sind.
Beim fünften Lockdown werden besonders jene Händler getroffen, die von dem Geschäft der Vorweihnachtszeit abhängig sind.

Die Ereignisse überschlagen sich, daher bringt das Institut für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der Johannes Kepler Universität Linz ein Update für die erst kürzlich erschienene Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen des anstehenden Lockdowns.

Seit Montag, 15. November, gilt ein Lockdown für Personen ohne 2G-Nachweis. Das IHaM hat die dadurch entstehenden Umsatzverluste für den Non-Food-Handel mit 30 Millionen Euro pro Tag beziffert. Bei manchen Händlern bleibt somit ein Viertel der saisonüblichen Umsätze aus. Mit Montag, 22. November, wird der Lockdown auf alle Österreicher ausgeweitet - geimpft oder nicht. Das Institut für Handel, Absatz und Marketing hat im Vorfeld dieser Entscheidung unterschiedliche Szenarien unter die Lupe genommen:

Lockdown für die gesamte Bevölkerung in Oberösterreich und Salzburg
In Oberösterreich fehlen dem Handel aktuell 5,3 Millionen Euro pro Tag, in Salzburg sind es rund 2 Millionen. Durch die Ausdehnung des Lockdowns auf die gesamte Bevölkerung ab Montag entfallen die Umsätze in den betroffenen Einzelhandelsbranchen komplett. Pro Tag wird sich der Umsatzentgang in Oberösterreich dementsprechend auf 18,8 Millionen Euro und in Salzburg auf 7,2 Millionen belaufen.

Österreichweiter Lockdown für die gesamte Bevölkerung
Bei einem bundesweiten Lockdown, der nicht nur die beiden Bundesländer betrifft, werden sich die Umsatzverluste des stationären Non-Food-Einzelhandels im November von rund 30 Millionen auf 115 Millionen Euro (brutto) pro Tag erhöhen. Pro Woche werden sich die Umsätze somit nicht wie bisher im Durchschnitt um 180 Millionen verringern, sondern in den betroffenen Branchen komplett ausfallen. Das bedeutet österreichweit einen Entgang um rund 690 Millionen Euro pro Woche im November.

Verlängerung eines kompletten Lockdowns
Wird Lockdown #5 in den Dezember hinein verlängert, wäre mit noch höheren Umsatzausfällen pro Tag zu rechnen, da der stationäre Einzelhandel (üblicherweise) die höchsten Umsätze im Jahresverlauf in diesem Monat (nicht zuletzt durch das Weihnachtsgeschäft) erzielen kann. Im Durchschnitt würde der stationäre Non-Food-Einzelhandel bei einem Lockdown für die gesamte Bevölkerung pro Einkaufstag nicht "nur" 115 Millionen Euro wie im November, sondern 130 bis 140 Millionen Euro (brutto) pro Dezember-Tag verlieren.

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