IHaM: Zutrittstests als Frequenz- und Umsatz-...
 
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Zutrittstests als Frequenz- und Umsatz-Killer

Artem Kniaz - unsplash.com

Laut einer Onlinebefragung des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) an der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz würden 66 Prozent der Ostösterreicher bei verpflichtenden Eintrittstests in den stationären Non-Food-Einzelhandel weniger oft einkaufen gehen.

Der Koordinations- und Organisationsaufwand für die Konsumenten würde steigen, die Flexibilität sinken. "Und letztlich verschwindet das so wichtige Element der Spontanität. Das nimmt dem stationären Handel wesentliche Differenzierungsdimensionen gegenüber dem Internethandel", sagt Prof. Christoph Teller, Vorstand des IHaM an der JKU Linz über mögliche verpflichtende negative Coronatests beim Zutritt zum stationären Handel. Gemeinsam mit Ernst Gittenberger, Leiter des Centre of Retail and Consumer Research am IHaM, hat er Ende März in einer Onlinebefragung unter 711 Personen (repräsentativ für die Bevölkerung 16-74 Jahre) aus den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland erhoben, wie die Konsumenten solche Eintrittstests bewerten. Dabei sagten 53 Prozent, dass sie eine Testpflicht ablehnen. Umgekehrt erachten jedoch 47 Prozent solche Maßnahmen als wichtig, um Covid-19-Ansteckungen zu reduzieren. 28 Prozent der Wiener, Niederösterreicher und Burgenländer meinten sogar, dass sie sich durch eine Testpflicht im stationären Einzelhandel sicherer fühlen würden. Für 56 Prozent hätte dies jedoch keine Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl.

Abgefragt wurden ebenso zu erwartende Veränderungen der Einkaufsfrequenz und der Ausgaben. Dabei gaben 66 Prozent der Ostösterreicher an, dass sie nach der Einführung verpflichtender Tests weniger oft in Geschäften einkaufen gehen würden. 27 Prozent würden sich davon nicht abhalten lassen und sieben Prozent könnten sich sogar vorstellen, öfter einzukaufen. Neben der Kundenfrequenz würde sich auch die Ausgabenhöhe im Non-Food-Einzelhandel verringern. Konkret sagten 61 Prozent der Konsumenten in Wien, NÖ und dem Burgenland, dass sie bei einer Testpflicht ihre Einzelhandelsausgaben reduzieren würden. Im Umkehrschluss gaben 48 Prozent der Befragten an, dass sie bei Zutrittstests häufiger online shoppen würden und 52 Prozent, dass sie online mehr ausgeben würden.

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