Ikea: Ikea baut sich neu zusammen
 
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Das Ikea Westbahnhof soll Lebendigkeit ausstrahlen. Dafür sind auch die vielen Balkone gedacht, die mehr an eine Wohnung, als an ein Shopping-Center erinnern.
Das Ikea Westbahnhof soll Lebendigkeit ausstrahlen. Dafür sind auch die vielen Balkone gedacht, die mehr an eine Wohnung, als an ein Shopping-Center erinnern.

Regal & Rahmen, Hostel & Hub: Mit dem neuen Einrichtungshaus am Wiener Westbahnhof möchte Ikea Österreich weltweit eine innovative, soziale und nachhaltige Vorreiterrolle einnehmen.

Anfang des Jahres haben die Hochbauarbeiten für das neue, siebengeschossige Möbelhaus, das im Spätsommer/Frühherbst 2021 eröffnet werden soll, begonnen. Zusammen mit dem Architekturbüro querkraft möchte Ikea dabei ganz neue Wege beschreiten und so eine Vorreiterrolle einnehmen und ein innovatives Einrichtungshaus sein, das es aktuell in der Ikea-Welt noch nicht gibt. "Wir sind einen weiten Weg gegangen, von 'blauen Boxen' auf einer grünen Wise hin zu einem Innenstadt-Einrichtungshaus. Wir wagen dieses Experiment, weil sich unser Leben, die Bedürfnisse der Kunden und die Mobilitätsgewohnheiten stark verändern. So haben allein zweidrittel der Wiener kein eigenes Auto mehr", beschreibt Maimuna Mosser, Business Development Ikea Austria, den Grund für den neuen Weg. Ikea soll ein Multichannel-Anbieter werden. Dafür verfolgt das Möbelhaus die Strategien Nachhaltigkeit, Leistbarkeit und leichte Zugänglichkeit. 135 Millionen Euro werden in das Projekt investiert.

Die Fassade grünt so grün

Architektonisch basiert das Gebäude auf einem sogenannten "Grid", einem Rahmen, der von seiner Idee her an ein Regal erinnert. Das macht die Gestaltung lebendig, vielfältig und flexibel und schafft Raum an der Fassade. Gleichzeitig macht es eine ganz neue Form der Sortimentspräsentation möglich. Außerdem rückt das Gebäude anstatt der vorgegebenen drei Meter, 4,5 Meter von der Grundstücksgrenze zurück, um mehr Platz für Passanten und die Haltestelle zu schaffen. Durch den Grid wird eine luftige Arkade geschaffen, in der ein paar unabhängige Geschäfte angesiedelt sind.
In 30 Metern Höhe gibt es eine Dachterrasse, die als Park angelegt ist und ein Gastro-Angebot haben wird, das auch von Nicht-Shoppern genutzt werden kann. Sowohl die Fassade als auch das Dach werden mit 160 Bäumen ausgestattet. Die stechen nicht nur optisch heraus, sondern beeinflussen auch das Mikroklima in der Umgebung positiv.

Analoge Social Media Plattform

Schon allein an der Dachterrasse sieht man, dass Ikea am Westbahnhof nicht nur zum Shoppen, sondern auch zum Verweilen einladen soll. Man soll sowohl rasch einkaufen, als auch gemütlich flanieren, treffen und austauschen können. Ein social Hub sozusagen. Zusätzlich zum Gastro-Angebit finden deshalb auch vier externe Mieter und ein Hostel im neuen Gebäude Platz. "Das ist gewagt, aber wir wollen es versuchen", sagt Architekt Jakob Dunkl. Der erste Beherbergungsbetrieb von Jo&Joe in Österreich nimmt die beiden obersten Stockwerke des Gebäudes ein. Im ebenerdigen Teil, direkt an der Mariahilferstraße ziehen unter anderem eine Apotheke und ein Bäcker ein, die es auch schon vorher an diesem Standort gab.

Autofreie Zone

Um im neuen Möbelhaus einkaufen zu gehen braucht man kein Auto, da es gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß erreichbar ist. Im Gegenteil ist ein Auto sogar hinderlich, da man auf Parkplätze vollends verzichtet. "Alles was es direkt im Möbelhaus zu kaufen und mitzunehmen gibt, kann man gut mit den eigenen Händen transportieren", erklärt Projektleiterin Sandra Sindler-Larsson. Sperrigere Produkte können bei der Abholstation in Strebersdorf abgeholt werden oder binnen 24 Stunden geliefert werden lassen.
Selbst bei der Anlieferung versucht man der Verkehr in Grenzen zu halten. Die einfahrenden LKWs werden auf einer Drehscheibe gedreht und entladen, bevor sie das Haus wieder verlassen.

Zertifiziert

Die Nachhaltigkeit des Projekts unterstreicht die BREEAM-Zertifizierung, die hierfür angedacht ist. Neben der Fassadenbegrünung soll es zum Beispiel ein ausgeklügeltes Beleuchtungssystem geben, dass sich der jeweiligen Tageszeit anpasst. Breite Glasflächen sorgen für zusätzliche Energieersparnis. Das Innenkonzept ist aber noch in Planung und soll mit Mitte 2021 fertig ausgeklügelt sein.

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