PwC Österreich: Immer mehr Gauner
 
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Immer mehr Gauner

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Kristof Wabl, Senior Manager Forensics bei PwC Österreich © PwC
Kristof Wabl, Senior Manager Forensics bei PwC Österreich © PwC

Eine aktuelle Studie von PwC zeigt auf, dass die Wirtschaftskriminalität weltweit ein Rekordniveau erreicht hat.

49 % der Unternehmen weltweit wurden in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität. Die Zahl der gemeldeten Betrugsfälle ist damit um 13 % gestiegen und erreicht einen neuen Höchststand – das ist das Ergebnis der aktuellen Global Economic Crime and Fraud Survey von PwC, für die 7.200 Teilnehmer in 123 Ländern befragt wurden. Afrika (62 %, zuvor 57 %), Nordamerika (54 %, zuvor 37 %) und Lateinamerika (53 %, zuvor 28 %) berichten über die meisten Vorfälle im Bereich Wirtschaftskriminalität.

Betrachtet man die Delikte einzeln, dann liegt die Unterschlagung (45 %) bei Unternehmen weiterhin an erster Stelle im Bereich Wirtschaftskriminalität, gefolgt von Cyberkriminalität (31 %), Verbraucherbetrug (29 %) und geschäftlichem Fehlverhalten (28 %). Die diesjährige Umfrage zeigt einen deutlichen Anstieg (plus 6 % auf 52 %) bei Fällen von Wirtschaftskriminalität durch interne Betrüger. Auch bei Vorfällen, die der Unternehmensleitung zugeschrieben werden, gab es einen signifikanten Sprung nach oben (von 16 % im Jahr 2016 auf 24 % im Jahr 2018).

Zahlen im Zusammenhang

Kristof Wabl, Senior Manager Forensics bei PwC Österreich, relativiert: „Wir können einen Anstieg der gemeldeten Vorfälle nicht mit einem tatsächlichen Anstieg von Wirtschaftskriminalität gleichsetzen. Die Studie macht allerdings deutlich, dass das Bewusstsein in Unternehmen im Zusammenhang mit Wirtschaftskriminalität gestiegen ist. Dies gilt vor allem für Cyberkriminalität, wo Unternehmen wesentlich mehr über die Risiken und Möglichkeiten wissen sowie welche präventiven Maßnahmen ergriffen werden können.“ Dennoch gibt über die Hälfte (51 %) der Befragten an, in den letzten zwei Jahren nicht oder nicht wissentlich mit Wirtschaftskriminalität zu tun gehabt zu haben. „Das zeigt, dass es in vielen Organisationen immer noch blinde Flecken gibt“, sagt Kristof Wabl.

Die wesentlichen Erkenntnisse

Die am häufigsten gemeldeten Arten von Wirtschaftskriminalität sind Unterschlagung (45 %), Cyberkriminalität (31 %) und Verbraucherbetrug (29 %). Länder, die am massivsten von Cyberkriminalität betroffen sind, sind Irland (39 %), Belgien (38 %), Südkorea (31 %), Kanada (29 %), Großbritannien (25 %) und die USA (22 %). Die Top 3 der negativen Auswirkungen betreffen die Arbeitsmoral der Mitarbeiter, Geschäftsbeziehungen sowie Reputation und Unternehmensmarke. Beeinträchtigungen durch Verbraucherkreditkarten und Finanzbetrug über dem globalen Durchschnitt (29 %): Afrika (36 %), Osteuropa (36 %) und Nordamerika (32 %).  Cyberkriminalität soll in den kommenden zwei Jahren das größte Risiko sein – laut den Befragten ist das Risiko für Unternehmen doppelt so hoch wie bei anderen Arten von Wirtschaftskriminalität. Das spiegelt auch die steigende Anzahl von Befragten, die berichten, dass sie einen funktionsfähigen Plan zur Prävention und Aufdeckung von Cyberkriminalität implementiert haben (59 %, im Jahr 2016 37 %). Dies ist der Preis, den die Digitalisierung den Akteuren abverlangt.

Unter diesem Link kann man die Studie herunterladen.
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