Fokus Wirtschaft: Inklusion als Gewinn für Un...
 
Fokus Wirtschaft

Inklusion als Gewinn für Unternehmen

Sozialministeriumservice / Agentur CM Creative
Referenten, Referentinnen, Moderation und Gebärdensprachdolmetscherinnen der „Fokus Wirtschaft: inklusiv//innovativ“-Veranstaltung am 27. September 2018 am Flughafen Wien, v.l.: Gerald Fuchs / Flughafen Wien, Roman Hauswirth / Hauswirth Konditor, Mariya Lazar / REWE International AG, Caroline Wallner-Mikl / REWE International AG, Arina Makarenko / Contactlinsenlounge, Reinhold Popp / FU Berlin & Sigmund Freud Universität, Rudolf Ringhofer / McDonald’s-Franchisenehmer, Ralph Macho / Textilpflege Stuhl, Patricia Brück / Gebärdensprachdolmetscherin, Ursula Maly-Kogler / Gartengestaltung Maly, Karina Tajmar / Agentur CM Creative, Gudrun Offenberger / WITAF (NEBA), Sabine Forstner-Lindmeier / Contactlinsenlounge, Herbert Buchinger / AMS, Renate Czeskleba / fit2work Betriebsberatung, Verena Attwood / Gebärdensprachdolmetscherin © Sozialministeriumservice / Agentur CM Creative
Referenten, Referentinnen, Moderation und Gebärdensprachdolmetscherinnen der „Fokus Wirtschaft: inklusiv//innovativ“-Veranstaltung am 27. September 2018 am Flughafen Wien, v.l.: Gerald Fuchs / Flughafen Wien, Roman Hauswirth / Hauswirth Konditor, Mariya Lazar / REWE International AG, Caroline Wallner-Mikl / REWE International AG, Arina Makarenko / Contactlinsenlounge, Reinhold Popp / FU Berlin & Sigmund Freud Universität, Rudolf Ringhofer / McDonald’s-Franchisenehmer, Ralph Macho / Textilpflege Stuhl, Patricia Brück / Gebärdensprachdolmetscherin, Ursula Maly-Kogler / Gartengestaltung Maly, Karina Tajmar / Agentur CM Creative, Gudrun Offenberger / WITAF (NEBA), Sabine Forstner-Lindmeier / Contactlinsenlounge, Herbert Buchinger / AMS, Renate Czeskleba / fit2work Betriebsberatung, Verena Attwood / Gebärdensprachdolmetscherin © Sozialministeriumservice / Agentur CM Creative

Bei einer Veranstaltung am Flughafen Wien waren die Referenten sich einig: Wenn man Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen nach ihren Fähigkeiten beurteilt, wird man ihre Zukunftschancen mehr als nur wahren können.

„Fokus Wirtschaft: inklusiv // innovativ“ ist eine österreichweite Serie von Veranstaltungen, die seit 2016 durchgeführt und vom Sozialministerium und der Wirtschaftskammer Österreich getragen wird. Man bietet Kompaktseminare zum Thema Inklusion an. Neben Infos zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es jeweils auch einen Ausstellungsteil, um mit Experten und Expertinnen erste Kontakte knüpfen zu können. Seit kurzem werden auch Workshops für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen angeboten, um mehr über psychische Erkrankungen oder auch Seheinschränkungen – beide Workshops gab es bei der Veranstaltung am Flughafen Wien – zu erfahren und Betroffene besser in ihrem Verhalten verstehen bzw. in der Arbeitswelt besser integrieren zu können.

Ministerielle Ermahnung zur Einstellungspflicht

Sozialministerin Mag. Beate Hartinger-Klein kam bei der Veranstaltung am Flughafen gleich auf den Punkt: „Rund 20 Prozent der Unternehmen kommen heute ihrer Einstellungspflicht nach, 80 Prozent nicht. Unser Ziel ist ganz klar: Es sollten zumindest 30 Prozent sein.“ Das Interesse sei jedenfalls vorhanden, konstatierten der Landesstellenleiter Burgenland und die Abteilungsleiterin sowie der Abteilungsleiter der Landesstellen Wien und Niederösterreich des Sozialministeriumservice. Besonders die hohe Teilnahme an den Workshops zeige, dass ein Umdenken einsetzt.

Kommunikation und Produktivität

In ihrer Key Note stellte die blinde Bassistin Ciara Moser (sie spielt eine sechssaitige Bassgitarre) fest, dass jeder Mensch danach trachtet, mit den für ihn notwendigen Hilfsmitteln ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Da sie von Geburt auf blind ist, musste sie sich alle Fähigkeiten hart erarbeiten, was aber ihre Merkfähigkeit, Kreativität und Motivation besonders gefördert hat. Diese Fähigkeiten seien in der Arbeitswelt ganz besonders wichtig, ergänzte der Zukunftsforscher Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp in seinem Beitrag, weil sie entscheidend für die Produktivität seien: „Es geht bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen/Beeinträchtigungen nicht um Mitleid und Humanität, sondern um Produktivität. Denn Menschen mit Beeinträchtigungen können in vielfältiger Weise sowohl zur Produktivität als auch zur Verbesserung des kommunikativen Klimas eines Unternehmens beitragen.“ Es gehe um Fach- und soziale Schlüsselkompetenzen, in jedem Fall müsse aber der Mensch im Mittelpunkt stehen, wenn es um die Zukunft in der Arbeitswelt geht.

Ein Praxisbericht


Einen Praxisbericht aus der Wirtschaft lieferte Sabine Forstner-Lindmeier, Inhaberin der Contactlinsenlounge in Wien, die zeigen konnte, wie und warum sie einen Menschen mit Einschränkungen erfolgreich in ihren Betrieb integriert hat: „Meine gehörlose Mitarbeiterin hat eine besondere Sensibilität bei der Betreuung unserer Kunden und Kundinnen und hat dem Unternehmen auch zusätzliche Kunden und Kundinnen gebracht.“

Da bereits 75 Prozent der heimischen Betriebe unter starkem Fachkräftemangel leiden, sei das Know-how von Menschen mit Behinderungen unverzichtbar für die Wirtschaft, stellte Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKO in seinem Statement fest. „Rund 15 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen haben eine Behinderung, das entspricht ungefähr 1,2 Millionen Menschen.“

Summa summarum: Der Einsatz von Menschen mit Einschränkungen in Betrieben kann auf verschiedene Arten funktionieren: durch die Einführung einer Gleitzeit, durch die Bereitstellung entsprechender Hilfsmittel, aber natürlich auch durch die Inanspruchnahme von Förder- und Unterstützungsleistungen des Sozialministeriumservice, des Netzwerks Berufliche Assistenz (NEBA) oder auch Angeboten des AMS.

BM Beate Hartinger-Klein © Sozialministeriumservice / Agentur CM Creative
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