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Handelsverband/Trending Topics

Handelsverband holt Start-ups vor den Vorhang

Gerd Altmann/Pixabay.com

Der erste "Austrian Retail Startup Report", herausgegeben von Handelsverband und dem Start-up-Portal Trending Topics, ist erschienen. Er ist kostenlos online erhältlich.

"Durch die Coronakrise wurden die Händler noch einmal mehr wachgerüttelt, dass Innovationen und Start-ups überlebensnotwendig sind, um am Markt zu bleiben", meint Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will.

Der 52 Seiten starke Report versteht sich als "Bindeglied zwischen innovationsgetriebenen Händlern und all jenen Start-ups, die mit ihren Ideen und Lösungen der heimischen Handelsbranche Wettbewerbsvorteile verschaffen". Aufgelistet werden 90 für den Retail-Sektor besonders relevante Start-ups. "Das Ziel ist Vernetzung – wir wollen zusammenbringen, was zusammengehört", erklärt Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will. Umfasst sind die Bereiche Retail im engeren Sinne, dazu Logistik, Payment & Loyalty, eCommerce sowie Security & Datenschutz. Für jeden dieser fünf Fokusbereiche wurden heimische „Success Stories“ ausgewählt und Use-Cases beschrieben. Außerdem wurden für den Report Interviews mit vielen CEOs und Branchenkennern geführt, u.a. mit Heinrich Prokop (Clever Clover), Markus Kuntke (Rewe), Peter Umundum (Post), Nicole Berkmann (Spar), Harald Flatscher (PSA), Christian Rau (Mastercard), Roland Fink (Niceshops), Katharina Schneider (Mediashop) und Jochen Borenich (Kapsch). Der Report ist kostenlos verfügbar unter https://www.retailstartupreport.trendingtopics.at/.

Eine Bühne für die Vorreiter

"Der Handel steht wie kaum eine andere Branche vor der Herausforderung, alte Geschäftsmodelle zu transformieren und sich völlig neu zu erfinden. Glücklicherweise hat unser Land eine rege Gründerszene, die in der Lage ist, diesen Innovationsdurst zu stillen. Gerade jetzt in der Pandemie hat sich gezeigt, dass Startups sehr flexibel auf die Anforderungen der Krise reagieren konnten. Das digitale Denken unserer Retail Startups macht viele Händler:innen zukunftsfit", ist Rainer Will überzeugt.

"Zahlreiche Jungunternehmen gingen in den letzten Monaten motiviert voran und konnten damit beweisen, wie wichtig Startups für das heimische Ecosystem sind. Unternehmer:innen haben gezeigt, dass sie in Zeiten der Not mit praktischen Ideen, Hands-On-Mentalität und jeder Menge Motivation das Ruder herumreißen können. Genau diesen Vorreiter:innen soll der Retail Startup Report eine Bühne geben", erzählt Oliver Janko, Chefredakteur des Retail Startup Reports bei Trending Topics.

Politische Forderungen

Gleichzeitig drängt der Handelsverband auf mehr Unterstützung für die heimische Start-up-Szene. Notwendig sei unter anderem ein Beteiligungsfreibetrag für Investoren von mindestens 100.000 Euro und die Stärkung des vorbörslichen Kapitalmarkts, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Derzeit gebe es "extrem viel Kapital im Land", es werde aber zu wenig in Start-ups investiert.

Mit einer neuen Firmen-Rechtsform könne man eine formfreie und digitale Gründung ermöglichen und die Übertragung von Anteilen und Kapitalerhöhungen vereinfachen, so Will. Er plädiert außerdem für eine steuerbegünstigte Form der Mitarbeiterbeteiligung und Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals von Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Dieser Text erschien zuerst auf www.textilzeitung.at.
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