Creditreform: Insolvenzen in der Rezession
 
Creditreform

Insolvenzen in der Rezession

Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung.
Die Insolvenz-Statistik für das erste Halbjahr 2017. © Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung.
Die Insolvenz-Statistik für das erste Halbjahr 2017. © Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung.

Im ersten Halbjahr 2017 ist laut Creditreform die Anzahl der Insolvenzen gesunken. Mit Inkrafttreten der neuen Insolvenzrechtsreform am 1. November 2017 wird im Privatbereich jedoch ein explosionsartiger Anstieg erwartet.

Der Gläubigerschutzverband Creditreform hat Firmeninsolvenzen für das erste Halbjahr 2017 erhoben und folgendes festgestellt: Mit rund 2.700 Verfahren wurde der tiefste Stand seit 2015 festgestellt. Die Baubranche (-10, 7%) verzeichnete genauso wie die Industrie (-28,0 %) und der Handel (-2,7%) Rückgänge, während es stattdessen in der Gastronomie und im Kredit- und Versicherungswesen Zuwächse gab. Der Rückgang erfolgte im Burgenland (-23,6 %) am stärksten – gefolgt von der Steiermark (-21,9 %) und Vorarlberg (16,0 %).

Auch bei den Privatinsolvenzen konnte der tiefste Stand seit 11 Jahren festgestellt werden, wobei im Burgenland (-50,0 %) der stärkste Rückgang zu verzeichnen war. Wien führt sowohl bei den Privat- als auch bei den Firmeninsolvenzen unangefochten das Ranking an.

Gerhard M. Weinhofer, Geschäftsführer von Creditreform, prognostiziert ein weiteres Sinken der Firmeninsolvenzen aufgrund des guten Geschäftsklimas. Anders dürfte sich die Lage bei den Privatinsolvenzen entwickeln. "Die in der letzten Nationalratssitzung beschlossene Reform mit der Möglichkeit einer Entschuldung in fünf Jahren ohne jegliche Rückzahlung hat zu einem Abwarten bei den Schuldnern geführt. Mit Inkrafttreten der Novelle am 1. November 2017 werden die Privatinsolvenzen explosionsartig in die Höhe schnellen", so Weinhofer.

Die ganze Studie kann unterhalb heruntergeladen werden.
stats