Intersport: Corona-Bilanz für den Sport
 
Intersport

Intersport spricht anstatt von Krise von einer Corona-Chance. Das Unternehmen geht trotz negativen Auswirkungen durch den Shutdown gestärkt aus der Krise hervor.

Das Coronavirus stellt die unterschiedlichsten Branchen vor mehr oder weniger große Herausforderung. Auch Intersport hatte mit den Maßnahmen und Auswirkungen zu kämpfen, stellt aber nach einer Corona-Bilanz fest, dass vieles gut gehandelt wurde und dass es auch Positives zu berichten gibt. Vor allem die Onlinestrategie hat sich bezahlt gemacht und geboomt. Mehr als 50 regionale Händler haben sich der Plattform Intersport.at angeschlossen, um auch während der Krise verfügbar zu sein und verkaufen zu können. Die Bestellungen haben sich teilweise verdreifacht, was Johannes Kastenhuber, Marketingleiter von Intersport Austria, vor allem auf das verstärkte Gesundheitsbewusstsein der Österreicher zurückführt. Dabei haben primär Hardwareprodukte für den Sport gut funktioniert, während der Textilbereich weniger gefragt war.

"Neben einem nachhaltig massiven Anstieg von Besucherzahlen, verzeichnete Intersport während des Shutdowns auch eine Verdreifachung der Bestellungen. Die Umsatzverluste im stationären Handel konnten dank des gut funktionierenden Onlinehandels zum Teil aufgefangen werden. Besonders Sportartikel für zu Hause, um auch in Zeiten der Corona-Epidemie fit zu bleiben, waren gefragt. Die deutlichsten Zuwachsraten waren bei Fitness-Artikeln wie Ergometern, Laufbändern, Hanteln, Black Rolls oder Zugbändern spürbar. Aber auch alles, was den Kids die schulfreie Zeit verkürzen ließ, stand hoch im Trend. Von Badminton Sets, bis hin zu Basketballkörben oder Trampolins für den Garten! Auch Tischtennistische und Inline Skates erlebten ein Revival“, fasst Thorsten Schmitz, Geschäftsführer Intersport Austria, zusammen.

Regionale Händler, meistens Familienbetriebe, konnten bei den Kunden außerdem durch Flexibilität und Einsatz punkten. Beratungen fanden teilweise telefonisch statt, bevor online beim jeweiligen Händler bestellt wurden, der die Produkte direkt nach Hause geliefert hat. Schmitz führt das auf das Standing der Marke Intersport zurück: "In Situationen wie diesen profitieren wir enorm von unserer starken Marke und der tiefen Verwurzelung in den einzelnen Regionen. Der Zusammenhalt im Unternehmen, vor allem aber die Solidarität und das Vertrauen seitens der Kunden, haben uns viel Kraft gegeben und lassen uns optimistisch in die Zukunft blicken."

Bikes und Outdoor als Umsatztreiber

Die Bike-Saison hat bereits im März genommen, genau dann, als der Lockdown stattgefunden hat. Das hat dem Absatz vorerst einen Dämpfer verpasst, erklärt Kastenhuber. Dass das Bike-Geschäft aber nicht verloren ist, sondern sich nur nach hinten verschoben hat, zeigt der Ansturm auf die Bikes nach Wiedereröffnung des stationären Handels. "Aktuell sind die Bikes schon sehr vergriffen. Wir und die Händler vor Ort freuen uns schon auf die neuen Modelle im September", schildert Kastenhuber die Situation. Aber auch andere Produkte im Outdoor-Bereich sind gefragt. Bei Intersport erklärt man sich das mit dem Fokus auf Aktiv-Urlaube in Österreich.

LEH als belebender Konkurrent

Dass der LEH ebenfalls Sportprodukte verkauft, ist für Intersport prinzipiell kein Problem. "Wir sehen das insofern positiv, als dass die Menschen wieder mehr sporteln", so Schmitz. Den Verkauf von Sportartikeln während der Fachhandel geschlossen halten musste, sieht der Geschäftsführer aber als Wettbewerbsverzerrung.

Krise als Chance

Alles in allem spricht Schmitz aber nicht von einer Corona-Krise, sondern von einer Corona-Chance. Neben Umsatzeinbußen und einem nach wie vor sehr verhaltenen Einkaufsverhalten im Textilbereich, ist es erfreulich, dass die Pandemie die Österreicher wieder dazu gebracht hat, regelmäßig Sport zu treiben und diesen effizienter in den Alltag zu integrieren. Deshalb setzt Intersport seine Expansionspläne auch weiter fort. Anfang Mai wurde Intersport Pilz in Klagenfurt eröffnet, was nach eigenen Angaben äußerst erfolgreich verlief. Als nächstes stehen die Eröffnung von Intersport Kaltenbrunner in Gmunden, Intersport Okay in Innsbruck und Intersport Winninger in Parndorf an.
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