Tengelmann: Kaiser's belastet Tengelmann
 
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Kaiser's belastet Tengelmann

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Baumarkt Obi macht Tengelmann derzeit Freude. © Tengelmann
Baumarkt Obi macht Tengelmann derzeit Freude. © Tengelmann

Der deutsche Handelskonzern Tengelmann kann das Geschäftsjahr 2015 mit einem Plus abschließen. Sorgen macht Tengelmann-Chef Haub allerdings der Verkauf von Kaiser's.

Der Nettoumsatz des Mühlheimer Handelskonzerns lag 2015 bei 8,24 Mrd. Euro, was währungsbereinigt einem  Plus von 4,5 Prozent entspricht. Fast alle Geschäftsbereiche konnten ihre Vorjahresergebnisse übertreffen. Allerdings sähe die Bilanz besser aus, wenn der Verkauf der Kaiser's Märkte endlich abgeschlossen wäre, gibt Karl-Erivan W.Haub, geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe unumwunden zu.

Die Tengelmann-Gruppe wollte ihren Transformationsprozess eigentlich längst abgeschlossen haben, doch der Abschied aus dem Lebensmitteleinzelhandel zieht sich weiter hin. Er hoffe, dass der Verkauf noch erfolgreich gelingt und keine Einzelverwertung notwendig werde, so Haub weiter. Der Verkauf der Kaiser's-Märkte werde durch Interventionen aus Gewerkschaft, Politik und Wettbewerbern weiter hinausgezögert. "Uns werden immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen", moniert Tengelmann-Chef Haub bei der Präsentation der Jahreszahlen. Selbst nach der Ministererlaubnis würden die Fusionsgegner weiter versuchen den Zusammenschluss zu vereiteln. Haub zielt damit wohl direkt in Richtung Rewe. Rewe-Chef Alain Caparros hatte erst jüngst Tengelmanns Umgang mit Mitarbeitern als "frühkapitalistisch" bezeichnet und gleichzeitig sein Übernahmeangebot für die Kaiser's-Märkte erneuert.

Die Hängepartie beim Verkauf der Kaiser's Märkte kommt Haub jedenfalls teuer zu stehen: Der Umsatz ist um 4,4 Prozent auf 1,78 Mrd. Euro geschrumpft. Die 446 Märkte schreiben weiterhin rote Zahlen. Auch aktuell liegen die Märkte unter Plan, heißt es aus informierten Kreisen.

Tengelmann will sich künftig auf die Handelsschienen Obi, Kik, Tedi konzentrieren und auf die Venture Capital Unternehmen Tengelmann Ventures und Emil Capital Partners sowie auf Immobilienverwaltung Trei Real Estate.

Die Baumarktsparte Obi konnte mit 631 Märkten in elf Ländern den Umsatz auf 5,57 Mrd. Euro zumindest währungsbereinigt steigern. Die Umsätze in Russland sind allerdings eingebrochen. In Österreich laufen die Geschäfte derweil prima. Durch den Zukauf der 48 BauMax Standorte in Österreich konnte Tengelmann hierzulande sogar zum Marktführer aufsteigen.

Auch der Textildiskonter Kik ist im Plus: Die 3360 Filialen machten 1,82 Mrd. Umsatz. Vor allem die neue Strategie, weg vom Billigheimer hin zum sympathischen Nahversorger, zeige Erfolge. Die Umsätze in den umgebauten Filialen würden um rund 18 Prozent steigen. Auch die Beteiligungen der Tengelmann-Gruppe am Online-Versender Zalando und Lebensmitteldiskonter Netto laufen positiv.

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