CASH Handelsforum 2014: Kamingespräch mit BM ...
 
CASH Handelsforum 2014

Kamingespräch mit BM Reinhold Mitterlehner

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BM Reinhold Mitterlehner im Kamingespräch mit Dagmar Lang (Foto: Johannes Brunnbauer)
BM Reinhold Mitterlehner im Kamingespräch mit Dagmar Lang (Foto: Johannes Brunnbauer)

CASH-Herausgeberin Dagmar Lang sprach mit dem Wirtschafts- und Wissenschaftsminister unter anderem über den Standort Österreich, erhöhte Arbeitskosten, die BWB und über Ladenöffnungszeiten.

Sehr offen und sehr ehrlich beantwortete Reinhold Mitterlehner die brisanten Fragen der Branche und sprach - auch im Rückblick auf sein erstes Kamingespräch  im Jahr 2009 - vor allem dem Handel ein ehrliches Lob aus, da dieser nicht  nur während, sondern auch nach der Krise nicht müde wurde, kräftig zu investieren. Wobei sich seiner Meinung nach nicht viel geändert habe seither, außer dass die Rahmenbedingungen schlechter geworden seien.

Er vertraue auf den prognostizierten Konjunkturaufschwung und sehe optimistisch in die Zukunft, nicht zuletzt auch deswegen, weil er fest an die Budgetpläne der Regierung glaube. Wobei er nicht wirklich diskutieren wollte, ob es schlau sei, sämtliche Ressorts in besagte Sparpläne zu involvieren. Dennoch sei es offensichtlich, dass Österreich die Krise besser gemeistert habe als viele andere europäische Länder. Sein dringender Appell an das Auditorium: "Wir brauchen positive Stimmung!"

Zum Thema Standort Österreich und den aktuellen Tendenzen großer Konzerne diesen verlassen zu wollen, weil es vom Strompreis bis zur Infrastruktur inklusive fehlender respektive falscher Standortpolitik außerhalb der EU besser sei, meinte Mitterlehner, dass die eigentliche Problematik dieser Causa auf EU-Ebene läge, seitens der Regierung jedenfalls sehr wohl sehr viel getan werde um in den Standort Österreich zu investieren.

Zu den mittlerweile um 18 % auf 28,40 Euro angewachsenen Arbeitskosten verwies Mitterlehener auf die hohe Exportquote Österreichs und somit der Tatsache, dass unsere Preise im Ausland nach wie vor konkurrenzfähig seien. Und er betonte, dass die Bedeutung der Arbeitskosten kalkulationsintern stetig abnehme, dass zum Beispiel energiekosten stetig wichtiger werden. Ganz wichtig sei ihm in dieser Angelegenheit jedoch die Verringerung der Lohnnebenkosten, die ohne Steuerreform nicht durchführbar sei. Wobei er vage behauptete, dass diese erst im Jahr 2015 spürbar werden könnte.

Das leidige Thema Bundeswettbewerbsbehörde war nicht nur eine der brisanten Fragen von Dagmar Lang, sondern auch in der finalen Publikumsrunde ein Thema. Vor allem Spar-Präsident Gerhard Drexel war es, der einmal mehr seine Argumente vorlegte, dass es überaus praxisfremd und geschäftsschädigend sei, wenn man mit der Markenartikelindustrie weder über Verkaufspreise noch über Aktionsperioden reden dürfe ohne gleich das Damoklesschwert der Geldbußen über dem Kopf schweben zu haben. Mitterlehner zeigte zwar Verständnis für die momentan vorherrschende überaus unbefriedigende Situation, in der sich Handel und Industrie befänden, wies aber unmissverständlich darauf hin, dass ihm, da die BWB weisungsungebunden sei - nichts anderes bliebe als allerorts zu kalmieren. Dennoch versprach er das Thema mit ins Parlament zu nehmen und verstärktes Augenmerk darauf zu legen.

Auch bei den Ladenöffnungszeiten, vor allem bei der Sonntagsöffnung, hielt sich Mitterlehner eher zurück, verwies auf das Hauptargument der Klein- und Mittelbetriebe, dass man die möglichen 72 Stunden ohnehin nicht ausnütze. Mitterlehner im O-Ton: "Ich bitte um Verständnis, dass meinerseits derzeit keine diesbezügliche Initiative gestartet wird."
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