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Handel sucht mehr Fachkräfte als vor Corona

kalhh/Pixabay.com

Die Karriere-Plattform karriere.at veröffentlichte ihren ersten Arbeitsmarktreport. Dieser zeigt die große Nachfrage nach Fachkräften. So werden im Handel um 13 Prozent mehr geschulte Mitarbeiter gesucht, als im Vergleichszeitraum 2019.

Die Pandemie hatte einen negativen Einfluss auf den österreichischen Arbeitsmarkt. Zahlreiche Statistiken von AMS und dem Arbeitsministerium zeigten die hohe Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten deutlich. Mit den gelockerten Maßnahmen sinken die Arbeitslosenzahlen aktuell jedoch wieder. Anfang Juli waren laut Ministerium 360.000 Menschen ohne Job. Das sind um etwa 129.000 weniger als im vorigen Jahr, wenn auch noch um rund 35.000 mehr als Ende Juni 2019.

Der erste Arbeitsmarktreport von karriere.at unter wissenschaftlicher Begleitung von Peter Harald Brandstätter der Fachhochschule Oberösterreich analysierte über 250.000 Stelleninserate auf der eigenen Plattform im ersten Halbjahr 2021 und zeigt, dass Unternehmen aktuell händeringend nach Fachpersonal suchen. Insbesondere die Bau- und Handelsbranche braucht Personal, sogar mehr als vor dem Ausbruch der Corona-Krise. So werden aktuell in den Branchen Bau, Immobilien und Haustechnik um 22 Prozent mehr Stelleninserate ausgeschrieben als im Vergleichszeitraum 2019, im Handel wurde ein Anstieg von 13 Prozent verzeichnet. Aber auch die Industrie- und Produktionsbranche ist momentan intensiv auf der Suche nach personeller Verstärkung und schrieb in den ersten sechs Monaten diesen Jahres um sechs Prozent mehr Jobinserate aus als 2019. In der IT sind es etwa fünf Prozent mehr Stelleninserate, besonders begehrt dabei IT-Security-Personal, hier sind etwa ein Viertel mehr Stellen ausgeschrieben als vor der Krise.

karriere.at Arbeitsmarktreport, Top-5-Branchen nach aktiven Inseraten/angeklickten Inseraten (Jobviews)
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karriere.at Arbeitsmarktreport, Top-5-Branchen nach aktiven Inseraten/angeklickten Inseraten (Jobviews)

Homeoffice noch nicht Normalität

Besonders deutlich war der Anstieg im ersten Halbjahr 2021 in Kärnten mit 27 Prozent, das Burgenland liegt mit 19 Prozent schon deutlich dahinter. Die kräftigsten Rückgänge durch die Pandemie von 2019 auf 2020 wurden in Oberösterreich (-22 Prozent) sowie in der Steiermark und in Salzburg (jeweils -21 Prozent) verzeichnet. Mittlerweile hat die Anzahl der Stelleninserate aber auch in diesen drei Bundesländern das Vor-Corona-Niveau übertroffen.

Insgesamt wurden um 154 Prozent mehr Stellen mit Homeoffice-Option ausgeschrieben, als im letzten Jahr. "Mittlerweile sollte Unternehmen, die um Fachkräfte buhlen, klar sein, dass Homeoffice bzw. das Arbeiten außerhalb des Firmengebäudes auch nach der Corona-Krise eine Option sein muss – vor allem, wenn man wettbewerbsfähig bleiben möchte", sagt Peter Harald Brandstätter von der FH Oberösterreich. Das steht allerdings im Widerspruch zu den von Arbeitgebern aktiv angebotenen Benefits: Nur 4 Prozent aller Unternehmen boten Homeoffice als unternehmensweiten Benefit an, die Top-Drei-Sozialleistungen waren flexible Arbeitszeiten (12 Prozent der Unternehmen), Aus- und Weiterbildung (11 Prozent) sowie gute Anbindung (7 Prozent).
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