Unimarkt: Keine Multipack-Aktionen mehr seit ...
 
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Keine Multipack-Aktionen mehr seit Mai 2014

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v.l.: Die Unimarkt-Geschäftsführer Andreas Haider und Roland Malli. ©Unimarkt
v.l.: Die Unimarkt-Geschäftsführer Andreas Haider und Roland Malli. ©Unimarkt

Als einziger Supermarkt in Österreich wagte Pfeiffer-Tochter Unimarkt im Mai 2014 den Schritt zu einer neuen Aktionspolitik und verzichtet seither im gesamten Sortiment auf Multipack-Angebote. Kunden erhalten bereits beim Kauf des ersten Aktionsprodukts einen Preisnachlass von beispielsweise 50 oder 25 %.

Multipack-Aktionen  – Kunden erhalten den günstigen Aktionspreis nur, wenn zwei, drei oder mehrere Packungen gekauft werden  – wurden in den vergangenen Jahren im LEH immer beliebter. „Viele Konsumenten sehen jedoch nicht ein, dass gleich mehrere Packungen gekauft werden müssen, um den günstigeren Preis zu bekommen. Durch die Zunahme an Single- und Zweipersonenhaushalten wird oft auch nur ein Stück benötigt. Auch bewirkt diese Aktionspolitik eine Flut an Lebensmittelmüll. Konsumenten kaufen mehr als sie wirklich brauchen und vieles landet im Müll.“, erklären die beiden Unimarkt-Geschäftsführer Andreas Haider und Roland Malli. Seit dem Frühjahr 2015 verzichtet Unimarkt deshalb auf Multipack-Aktionen im gesamten Sortiment. Die Verantwortlichen konnten aber nur schwer abschätzen, wie sich dadurch Aktionsumsätze entwickeln würden.

Mehr Kunden greifen zu Aktionsprodukten



Acht Monate nach der Umstellung zieht Unimarkt Bilanz und präsentiert Ergebnisse in allen Sortimentsgruppen. Grundsätzlich haben sich die Umsätze stabil entwickelt. Manche Kunden kaufen nach wie vor mehrere Packungen bei Aktionen. Kunden, die früher auf Multipack-Aktionen verzichtet haben, weil sie nicht mehr als ein Produkt benötigen oder bewusst Lebensmittelmüll vermeiden wollten, schlagen jetzt bei Aktionen zu und profitieren durch „Sparen beim 1. Stück“.

Warengruppen unterscheiden sich



Im Tiefkühl-Bereich sind trotz des Verzichts auf Multipack-Aktionen Umsatzsteigerungen bis zu 20 Prozent bei Aktionen zu verzeichnen. Kunden kaufen nach wie vor mehrere Packungen. Als Gründe werden die lange Haltbarkeit und einfache Lagerung gesehen. Bei Molkereiprodukten gibt es leichte Umsatz-Rückgänge während Aktionen. In dieser Warengruppe kaufen Konsumenten aufgrund der kürzeren Produkt-Haltbarkeit viel bewusster ein.

Bei Grundnahrungsmitteln wie Reis, Nudeln, Öl etc. kaufen Konsumenten bewusster ein. Rückgänge bei Menge und Umsatz sind vor allem bei Produkten zu sehen, die sehr langsam aufgebraucht werden, wie Öl oder Gewürze. Gleichbleibend sind die verkauften Mengen bei Süßwaren.

Bei „Nicht-Lebensmitteln“ wiederum seien hohe Umsatzzuwächse zu verzeichnen. Dabei handelt es sich um viele Artikel, die schnell verbraucht werden (z.B.: Spülmittel, Shampoo, Tierfutter,…). Neben jenen Kunden, die früher auch mehrere Produkte kauften, nehmen jetzt auch jene Konsumenten Aktionsartikel mit, die in der Vergangenheit gegen Multipack-Aktionen waren.

„Unsere Auswertungen zeigen, dass wir durch den Verzicht auf Multipack-Aktionen näher an den Bedürfnissen der Konsumenten sind. Wir nehmen auch kurzfristige Verluste in Kauf, weil wir dadurch einen Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelmüll leisten können. Gleichzeitig belohnen uns viele Kunden schon jetzt mit ihrer Treue, weil auch sie die einfache Aktionspolitik – der günstigste Preis bereits ab dem ersten Stück – schätzen“, so Haider und Malli.
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