kitzVenture: Schlecker vor Comeback?
 
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Schlecker hat 2012 Insolvenz angemeldet.
Schlecker hat 2012 Insolvenz angemeldet.

Der Kitzbüheler Unternehmer Patrick Landrock möchte den Neustart der Handelsmarke Schlecker wagen. Dabei soll es aber kein reiner Drogeriemarkt mehr sein, sondern auch andere Produkte des täglichen Bedarfs angeboten werden.

Vor fast genau 10 Jahren kam es zum tiefen Absturz des von Anton Schlecker 1975 gegründete Unternehmens: Schlecker musste Insolvenz anmelden. 47.000 Mitarbeiter, vor allem Frauen, waren von der Pleite betroffen und verloren ihren Job. Anton Schlecker wurde wegen vorsätzlichen Bankrotts zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldstrafe verurteilt. Seine Kinder Lars und Meike erhielten wegen Beihilfe zum vorsätzlichen Bankrott eine Haftstrafe von über zwei Jahren. Ein Fall, der in die Wirtschaftsgeschichte einging.

Nun soll es aber zum überraschenden Comeback von Schlecker kommen. Patrick Landrock, Geschäftsführer von kitzVenture, steckt hinter den Plänen. In einer Aussendung heißt es, dass er bereits "internationaler Markeninhaber von Schlecker" sei und sich "seit Jahren den Marktangriff vorbereitet - welcher in den nächsten Monaten starten soll". Im ersten Halbjahr 2022 ist der Onlineauftritt geplant, im zweiten die Ausrollung des Filialnetzes. Dabei soll Schlecker kein reiner Drogeriemarkt mehr sein, sondern auch Produkte des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel, Büro- und Geschäftsbedarfsprodukte sowie Baumarktartikel führen. "Unsere innovative Technologie-Plattform wird uns sowohl online als auch im Filial- und Liefernetz einen Vorsprung ermöglichen, den der Wettbewerb nur schwer wieder aufholen wird", zeigt sich der Unternehmer selbstbewusst. Wo die Gesellschaft angesiedelt wird, in Deutschland oder Österreich, steht nach eigenen Angaben noch nicht fest. Auch die Finanzierung ist nicht final geklärt, benötigt werden wohl "mehrere hundert Millionen Euro". Man stehe aber in "fortgeschrittenen Gesprächen", wird Landrock in der Aussendung zitiert - mit wem, geht aber nicht hervor. Vom Erfolg ist der Schwabe aber bereits mehr als überzeugt: "Schlecker wird so oder so zum Einhorn werden, also eine Unternehmensbewertung von mehr als einer Milliarde Euro erhalten."

Wie und ob er das auch erreichen wird, bleibt abzuwarten - die Aufmerksamkeit ist ihm mit solchen Aussagen aber jedenfalls sicher. Landrock selbst ist als Person nicht unumstritten. Zuletzt machte er außerdem eher mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam und musste sich mehrmals mit Strafverfahren auseinandersetzen. Aktuell muss sich Landrock vor dem Oberlandesgericht Innsbruck gegen den Vorwurf des schweren gewerbsmäßigen Betrugs verteidigen, die Staatsanwaltschaft verortet ein Pyramidenspiel, mit dem Kleinanleger umworben worden sein sollen. Er selbst beteuert seine Unschuld.

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