Kommentar Dagmar Lang: Die Welt nach Corona
 
Kommentar Dagmar Lang

Die Welt nach Corona

Sabine Klimpt

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich keine Ahnung, wie die Welt aussehen wird, wenn Sie sie Ende März lesen. Deshalb haben wir beschlossen, die gesamte Berichterstattung über das Coronavirus und seine Folgen online auf CASH.at laufen zu lassen, dafür gründlich, schnell, übersichtlich und zeitnah. Wir bombardieren Sie auch nicht mit CASH Top-Aktuell-Meldungen, Sie finden alles, was Sie wissen müssen auf cash.at.

Unsere Printausgaben beschäftigen sich weiterhin mit den Themen, die Sie in Ihrem Berufsalltag brauchen. Gerade der Lebensmittelhandel und die österreichische, hier produzierende Industrie leisten Unfassbares unter ganz schwierigen Bedingungen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Lebensmittelhandel kann man für ihren unglaublichen Einsatz nicht oft genug danken. Überhaupt hat man den Eindruck, dass in dieser Krise, die sehr an den Katastrophenfilm Contagion erinnert – nur mit dem Unterschied, dass das Coronavirus nicht jeden tötet, der mit ihm in Berührung kommt –, ganz viele Menschen wieder mehr zusammenhalten. Der Zukunftsforscher Matthias Horx geht in seinem Exposee „48 – Die Welt nach Corona“ (ebenfalls zu lesen auf cash.at) davon aus, dass es sich um eine Tiefenkrise handelt, bei der nachher nichts mehr ist, wie es war. Doch Horx zeichnet mit dieser These kein Horror-Szenario, ganz im Gegenteil. Einiges, von dem er schreibt, erleben wir schon jetzt. Die Menschen haben Zeit zu telefonieren, sie rufen zurück, sie reagieren auf E-Mails. Das war in der Zeit vor Corona ganz anders, zum Teil schon unerträglich. Die Krise hat wunderschöne Gesten hervorgebracht: etwa die Initiative „Händler helfen Händlern“. Wenn es noch länger dauert, dann wird es wohl auch eine Initiative „Arbeitslose helfen mit“ geben müssen, vor allem in der Landwirtschaft, die ohne ausländische Hilfskräfte ihre täglichen Anforderungen (von der Aussaat bis zur Spargelernte) bewältigen muss.

„Den Mitarbeitern im LEH kann man für ihren unglaublichen Einsatz nicht oft genug danken.“
Dagmar Lang

Die Krise hat gezeigt, wie unbürokratisch unser Staat plötzlich agiert, ob beim Rezept per Telefon, der Arbeitszeitflexibilisierung, der raschen – einstimmigen – Beschlüsse im Nationalrat, ohne politisches Kleingeld der Oppositionsparteien. Die Regierung trifft unpopuläre Entscheidungen, ohne an die Wiederwahl zu denken, kommuniziert transparent und kompetent, sachlich am Punkt. Die Welt hat sich jetzt schon geändert. ­Matthias Horx glaubt an die „Glokalisierung“ nach Corona, an die Renaissance des Handwerks, an Zwischenlager, an ortsnahe Produktionen. Tatsächlich sollte es uns zu denken geben, dass 75 Prozent der Antibiotika aus China kommen!

Das alles käme der österreichischen Wirtschaft in großem Ausmaß zu Gute. Vorausgesetzt, die Regierung hält ihr Versprechen, soviel Geld zur Verfügung zu stellen, wie notwendig sein wird. Wenn wir uns dann noch die höflichen Umgangsformen bewahren und die Politik den Mut zu flexiblen Entscheidungen, dann wäre die Welt nach Corona wirklich besser,
meint Ihre Dagmar Lang

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