Kommentar: Das Nachdenken über Vorsätze
 
Kommentar

Das Nachdenken über Vorsätze

Manstein Verlag / Sabine Klimpt

Ja, ich habe es auch getan. Wohlwissend, dass gute Vorsätze ein Verfallsdatum ähnlich dem von frischem Faschiertem haben.

 Unbeeindruckt davon habe ich dem geduldbefreiten Schimpfen mit meinen Kindern, der lästigen Falschschreibweise der Fotocredits im Magazin und der alltäglichen Frischluftvermeidung den Kampf angesagt. In gewohnter Manier beobachtet man gerne auch die Vorsätze und Disziplin der Einhaltung bei anderen. Wo ich festgestellt habe, dass die guten und vielzitierten Vorsätze der Regierung wie „Koste es, was es wolle“, oder „Keiner wird zurückgelassen“ schon vor dem Jahreswechsel auf der Strecke geblieben sind, der Wunsch nach uneingeschränkter Bildung schon hierzulande nicht erfüllt wird, und die Idee, auf die einheitliche gesamteuropäische Nährwertprofillösung zu warten auch im Sand verlaufen ist.
Viele Handelsunternehmen strotzen heuer noch von den vielen (freiwilligen) Vorsätzen und (aufgebürdeten) Verordnungen, die sie noch im vergangenen Jahr eingehalten und damit durchgehalten haben. Für das heurige Jahr steht zudem die Umstellung des Handelskollektivvertrags an, die in einem Jahr dann vollzogen sein muss. Per Verordnung sollte auch der kollektive Zusammenhalt geregelt werden, denn niemanden von uns bringt es weiter, wenn Impf- und Testwillige sowie Impf- und Testverweigerer gegeneinander wettern. Masken und Abstand sind Pflicht, Testen ist gescheit, Impfen ist wichtig, Wertschätzung macht all das zudem ein wenig leichter, verdammt nochmal. Mist, Vorsatz schon gebrochen.
„Per Verordnung sollte auch der kollektive Zusammenhalt geregelt werden.“
Margaretha Jurik

Auf der Suche nach positiven Beispielen kann ich von ungebremster Motivation in meinem Team für exklusive Geschichten und persönliche Interviews berichten, die auch in der aktuellen Ausgabe spür- und lesbar sind. Herausragende Beispiele dafür sind das gewaltig persönliche Interview mit Karin Stainer von Milford, das Christina ­Grießer führte (S.60f), die erfreuliche Cover-Story von ihr und Nataša Nikolic, die den unerwarteten Boom der Frische-Zustellung durch Corona unter die Lupe nimmt (S. 34f), das packende Interview von Willy Zwerger mit Spitz-Kommunikatorin Jutta Mittermair über Frauenkarrieren (S. 50f.), das  Gespräch von Stefan Pirker mit Branchen-Seismograf und efko-Chef Klaus Hraby (S. 56f.) oder über innovative Zusatzideen des DFH, die Karl Stiefel bei dm drogerie markt aufspürte und untersucht (S. 28f). Zusätzlich haben wir in der Ausgabe eine neue Karrieren-Serie über das spannende Thema Leadership gestartet, wo Fressnapf-Gründer Torsten Töller den Anfang macht und weitere männliche und weibliche Führungskräfte aus dem In- und Ausland folgen werden.
Auf 53 starken Seiten ist die ideenreiche Industrie vertreten, die mit ihren überraschenden und teils schon sehr erfolgreichen Produktneuheiten die Regale und Konsumentenbedürfnisse aufmischt, gereiht von unserer Fachjury in der Top-Innovationen Strecke (S. 76ff.).
Durchhaltevermögen, Lesevergnügen und entgegengebrachte  Wertschätzung, das alles wünscht Ihnen
Margaretha Jurik
stats