Kommentar: Gemeinsam statt einsam
 
Markus Wache

Auf der Anuga, der weltweit größten Lebensmittelmesse in Köln, hat sich eines wieder deutlich gezeigt, die Hersteller machen sich Gedanken über die Branche. Eh klar, könnte man jetzt meinen, hängt ja das wirtschaftliche Überleben unter anderem auch vom Erkennen vorherrschender Trends und der Lancierung zahlreicher Innovationen ab. Dennoch: Angesichts der sich verschärfenden Rahmenbedingungen, die von Landwirtschaft, Umweltschützern, NGOs, Ernährungs-Experten und auch der Politik nahezu ununterbrochen befeuert werden, ist das Engagement jedes Einzelnen doch als durchaus vorbildlich zu würdigen.
Allen Menschen recht getan, ist aber bekanntlich eine Kunst, die niemand kann und so versucht sich jeder dort zu profilieren, wo er für sich selbst und für die Endverbraucher den größten Mehrwert sieht. Die einen setzen bei Neuheiten auf Zuckerreduktion, die anderen optimieren ihre Verpackungen und wieder andere bauen das Thema Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette in ihre Geschäftstätigkeit ein.
„Die schönsten Erfolge sind die gemeinsamen. “
Michaela Schellner

Was auf der Messe aber ebenso deutlich sichtbar war, ist das große Angebot an Private-Label-Konzepten. Über 80 Prozent der rund 7.500 Aussteller produzieren parallel zu ihren eigenen Brands auch Handelsmarken. Das sei mittlerweile unverzichtbar, hat man uns nicht nur einmal off-the-record erzählt. Für Klein- und Mittelständler wachse der Druck enorm, die Angst vor Auslistungen sei omnipräsent und Umsatzausfälle könnten für den Einen oder Anderen das Aus bedeuten. Klingt nach Schwarzmalerei, werden Sie sich jetzt vielleicht denken, aber ein Funken Wahrheit steckt ja irgendwie in jeder Aussage. Fakt ist jedenfalls, dass angesichts der hohen Marktkonzentration hierzulande ein Ausweg aus der Misere auch nicht in Sicht ist. Das ist natürlich kein neues Problem und die meisten haben sich damit schon länger arrangiert – wirklich Freude haben aber die wenigsten mit der Situation. Und daran ändert auch nicht, dass die Händler nicht müde werden, den Vorteil für beide Seiten zu betonen.

Apropos Vorteil für beide Seiten: Trotz aller Diskrepanzen vereint Handel und Industrie am Ende der Endverbraucher. Den wollen nämlich alle glücklich machen und jeder wünscht sich vom anderen Unterstützung dabei. Vielleicht sollte man anstatt nur DARÜBER auch wirklich MITEINANDER reden. Als Einzelkämpfer kann man zwar vieles selbst entscheiden, deutlich mehr Spaß machts aber, wenn man seine Erfolge mit jemandem teilen kann, meint Ihre Michaela Schellner
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