Kommentar: Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen
 
Sabine Klimpt

Gerhard Drexel hat derzeit allen Grund zur Freude. In seinem letzten Jahr im Amt als Vorstandsvorsitzender der Spar scheint alles aufzugehen, an dem der Manager mit seinem Team seit vielen Jahren konsequent arbeitet. Erstmals ist es dem Lebensmittelhändler nämlich heuer gelungen, der Rewe die Marktführerschaft abzujagen. Im Jänner 2020 wies das Nielsen-Umsatzbarometer die Spar mit 33,8 Prozent als Nummer eins aus und im April vermeldeten die Salzburger einen Marktanteil von 35,6 (!) Prozent. Summa sumarum kommt Drexel mit seiner Spar-Familie im ersten Tertial auf 34 Prozent Marktanteil und belegt damit die Nummer eins im Ranking. Und als ob das  noch nicht genug wäre, hat man im Jahr 2019 auch in Sachen Bio-Marken die Nase vorn, denn Spar Natur*pur gilt mit 471 Millionen Euro Umsatz als die stärkste Bio-Brand im österreichischen LEH.

Bei der Rewe sieht man das Match um die Nummer eins sportlich und gratuliert zum Erfolg in den einzelnen Monaten. Die Ganzjahresmarktführerschaft sei aber keinesfalls bereits in Stein gemeißelt, gibt man sich dort kämpferisch. Es kündigt sich also ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen an, denn im Februar performte die Rewe besser als die Spar und für den März reklamieren die Wiener Neudorfer nicht ohne Stolz den größten Marktanteilszuwachs seit Langem für sich.

„Das Match um die Nummer eins wird sich erst am Ende des Jahres entscheiden.“
Michaela Schellner

Es ist davon auszugehen, dass der Wettbewerb in den kommenden Monaten noch an Härte zulegt, zumal auch die Preispositionierung eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Während die Rewe ihre Kurantpreisstrategie forciert und betont, die Aktionstätigkeit auch und gerade während der Coronakrise auch zum Schutz der Produzenten stark zurückgefahren zu haben, sieht sich die Spar in ihrer Strategie zu Dauertiefpreisen und attraktiven Angeboten bestätigt. Es bleibt also abzuwarten, welcher der beiden Big Player am Ende des Jahres als Sieger hervorgeht und wie die anderen Händler auf diesen Wettkampf reagieren.

Ich  persönlich hoffe nur, dass das Ganze nicht in wertvernichtenden Preiskämpfen gipfelt, sondern jetzt stark forcierte Themen wie etwa Regionalität auch nachhaltig im Sortiment sowie in den Köpfen der Konsumenten verankert werden. Es gilt die Konsumlaune wieder anzukurbeln und zwar mit spannenden Konzepten, die ja zweifelsfrei vorhanden sind.

Erlauben Sie mir zum Schluss noch ein Wort in eigener Sache. Auch uns hat das Coronavirus vor neue Herausforderungen gestellt. Und da neue Situationen bekanntlich kreative Ideen verlangen, möchte ich Ihnen zwei Veranstaltungen ans Herz legen. Unseren ersten CASH Digital Talk am 25.6. ab 15:30 Uhr (mehr auf Seite 22) und den ersten Fachmedientalk des Manstein Verlags in Kooperation mit der Erste Bank zum Thema „Corona als Challenge – der Weg zum Comeback“ am 1. Juli ab 14 Uhr (siehe digitaltalk.manstein.at) Hier diskutiere ich mit meinen Chefredakteurs-Kollegen aus den unterschiedlichsten Branchen darüber, wohin die Reise gehen kann und freue mich, wenn ich Sie dort begrüßen darf.
Ihre Michaela Schellner

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