VOEB/IV: Kreislaufwirtschaft in Österreich
 
VOEB/IV

Kreislaufwirtschaft in Österreich

VOEB
Dieter Drexel (Industriellenvereinigung, li.) und Hans Roth (VOEB) © VOEB
Dieter Drexel (Industriellenvereinigung, li.) und Hans Roth (VOEB) © VOEB

Zum Thema Kreislaufwirtschaft zeigten der Verband Österreichische Entsorgungsbetriebe (VOEB) und die Industriellenvereinigung (IV) bei einer Veranstaltung ihre jeweiligen Zugänge.

Österreich erreicht bereits heute die von der EU bis 2025 geforderten Recycling-Quoten bei Papier (85 %), Glas (86 %) oder Metall (87 %). Aufholbedarf herrscht beim Kunststoffrecycling: Hier schafft Österreich nur 34 %, statt den bis 2025 geforderten 50 %. Dies sind nur ein paar Zahlen, die bei einer Veranstaltung, die sich dem EU-Kreislaufwirtschaftspaket widmete, besprochen wurden. Man will also die Quote verbessern, und um das Ziel zu erreichen, erhebt der VOEB vier Forderungen:
– Ecodesign (Verwertung des Kunststoffes von Anfang an berücksichtigen);
– bessere Inputqualität (um sortenreine Rezyklate herzustellen);
– höherer Einsatz von Sekundärrohstoffen (Maßnahmen zur Stärkung der Nachfrage);
– umfassende Informationskampagnen für die Öffentlichkeit (Bewusstsein für getrennte Sammlung schärfen).

Eigentlich sind österreichische Unternehmen Vorreiter in diesen Belangen, das EU-Kreislaufwirtschaftspaket ist sehr herausfordernd und legt hohe Recyclingquoten fest. Sie werden nur dann erreicht werden können, wenn man hierzulande strukturelle Änderungen vornimmt, darin sind sich Industrie und Ressourcenwirtschaft einig. Diese Einigkeit lässt sich mit zwei Grundaussagen zusammenfassen: Kreislaufwirtschaft ist ein Schlüssel zu einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft. Und mit ihr ist die Notwendigkeit eines höheren Einsatzes von Sekundärrohstoffen verbunden. Nur dann könne man dem EU-Kreislaufwirtschaftspaket zu entsprechen, meinen VOEB und IV.

„Für den Wandel von einer linearen zu einer kreislaufgeführten Wirtschaft bedarf es sowohl Anreize seitens der Politik als auch einer engen Vernetzung aller Akteure, von den Herstellern bis zu den Verbrauchern und Recyclingbetrieben“, sagt VOEB-Präsident Hans Roth. Abgesehen von Recyclingquoten müsse, um die Ziele des EU-Kreislaufpakets zu erreichen, die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen auf der Seite der Industrie gestärkt werden. Roth: „Wir müssen die Akzeptanz der Recyclingrohstoffe und das Bewusstsein nach den enormen ökologischen Vorteilen bei den Herstellern steigern. Die österreichischen Recyclingbetriebe verfügen schon heute über das Know-how und die Technik, um Sekundärrohstoffe in einer Qualität zu erzeugen, die den Ersatz von Neuware ermöglicht.“ Im EU-Raum könnte dadurch der primäre Werkstoffeinsatz um 17 % bis 24 % reduziert werden. Für die europäische Industrie ergäbe sich dadurch ein Einsparungspotenzial in Höhe von 630 Mrd. Euro / Jahr bzw. 8 % ihres gesamten Jahresumsatzes.
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