Krise im Kopf
 

Sind Sie krisenmüde? Tut Ihnen das Wort Wirtschaftskrise schon im Ohr weh? Dann sollten Sie schleunigst etwas dagegen tun, denn die Lage wird noch schlimmer.

Das sagen uns die Prognoseexperten - und irgendwie auch unser Hausverstand, wenn wir uns die täglichen Bad News einverleiben. Aber was kann man beispielsweise gegen Krisenmüdigkeit tun? Aha, die Wirtschaftskrise als Chance begreifen, um aus ihr gestärkt hervorzugehen. Sozusagen auf das Licht am Ende des Tunnels hinarbeiten, habe ich gehört und gelesen und dafür sollte sich jeder von uns zu Höchstleistungen motivieren. An sich eine hervorragende Idee, die ich prinzipiell nur begrüßen kann, vor allem für jene, die noch nie auf diesen Zug aufgesprungen sind. Wenn es nicht so wäre, dass das Licht am Ende des Tunnels dann wahrscheinlich nicht mehr alle auf ihrem Arbeitsplatz erleben werden, sondern im Beobachterstatus als Bezieher von Arbeitslosengeld. Und wenn es nicht so wäre, dass vieles, was in der Vergangenheit im Unternehmen auf Managementebene eben suboptimal gemanagt wurde, jetzt, „im Namen der Krise", ganz einfach bereinigt werden kann.

Caritas-Präsident Franz Küberl hat beim CASH Handelsforum 2005 (!) gesagt: Gier frisst Hirn. Das hat man zwar auch schon vorher gewusst, aber keiner hat es so mutig formuliert. Nun kämpfen wir seit Monaten mit all unserer Energie gegen die Krise, die uns giergesteuerte Gehirne eingebrockt haben.

Was wir für diesen Kraftakt unbedingt brauchen, das ist jedoch nicht nur der rote Sparstift, sondern auch die Verbannung des bei jedem zweiten Satz fallenden Wortes „Krise". Denn wenn wir sie unentwegt in unseren Köpfen mit uns herumtragen, dann wird daraus Angst, und die war noch nie ein guter Ratgeber in schwierigen Zeiten. Die Händler und Hersteller sehen es ähnlich. Wie sie Grenzen erleben und überwinden, legen wir Ihnen in dieser CASH-Ausgabe dar. Vorweggenommen sei: Es gibt eindeutig mehr als Trübsal blasen. Daraus leite ich gerne ab:

Wenn wir aus der Chance wirklich gestärkt hervorgehen wollen, dann müssen wir die neuen Perspektiven in diesen Zeiten des Umbruchs realistisch darstellen. Ohne Schönfärberei, ohne Panikmache und vor allem ohne Krise im Kopf,

meint Ihre Silvia Meißl
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