KSV1870: 2021 droht Insolvenzwelle
 
KSV1870

2021 droht Insolvenzwelle

Darko Djurin - pixabay.com

Nachdem heuer zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen bereits angeschlagene Unternehmen am Leben erhalten haben, dürfte es im nächsten Jahr laut KSV1870 zu einem Anstieg der Insolvenzen von 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Niveau von 2019 kommen.

"Der aktuelle Rückgang bei den Firmenpleiten spiegelt den tatsächlichen Zustand der Wirtschaft nicht wider", betont Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding. Laut einer Hochrechnung des Kreditschutzverbands werden im heurigen Jahr die Unternehmensinsolvenzen gegenüber 2019 um 39,9 Prozent auf 3.017 Fälle zurückgehen. Die Gründe dafür sind zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen für Firmen wie etwa Kurzarbeit, Fixkostenzuschüsse und Abgabenstundungen bis 31. März 2021. "Hier werden Unternehmen, die nicht einmal in einem normal verlaufenden Insolvenzjahr überlebt hätten, künstlich am Leben gehalten", meint Karl-Heinz Götze, Leiter Insolvenz beim Kreditschutzverband von 1870.

Dementsprechend dürfte es im nächsten Jahr mit Auslaufen der Hilfen zu einem sprunghaften Anstieg der Insolvenzen kommen. Götze rechnet mit 6.000 bis 6.500 Fällen, was einem Plus von 20 bis 25 Prozent gegenüber dem Niveau von 2019 entsprechen würde. Einerseits dürften Branchen wie Gastronomie und stationärer Handel, die von den Lockdowns voll erwischt wurden, überproportional betroffen sein. Andererseits sollten laut KSV1870 strukturelle Probleme wieder verstärkt zutage treten. Sprich Klein- und Kleinstunternehmen mit sehr geringer Eigenkapitaldecke werden von der Insolvenzwelle wohl als erste erfasst.
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