bauMax: Kunstsammlungsverkauf soll Pleite ver...
 
bauMax

Kunstsammlungsverkauf soll Pleite verhindern

bauMax
Die bauMax-Auslandstöchter blicken in eine sehr ungewisse Zukunft. Auch der Türkei-Ableger, hier die Filiale in Samsun am Schwarzen Meer, ist nach anhaltenden Verlusten vom Aus bedroht. ©bauMax
Die bauMax-Auslandstöchter blicken in eine sehr ungewisse Zukunft. Auch der Türkei-Ableger, hier die Filiale in Samsun am Schwarzen Meer, ist nach anhaltenden Verlusten vom Aus bedroht. ©bauMax

bauMax-Gründer Karlheinz Essl bietet der Republik seine Kunstsammlung mit rund 7.000 Werken um kolportierte 86 Millionen Euro zum Kauf an. Damit soll die Baumarktkette aus ihrer bedrohlichen Schieflage befreit werden.

Dass sich bauMax mit der Osteuropa-Expansion im Zuge der Krise rückblickend gesehen massiv übernommen hat, räumte Unternehmensgründer Essl im Ö1-Morgenjournal vom 25. März ein. Die osteuropäischen Töchter waren mit einer Ausnahme bereits 2012 defizitär: Die rumänische Tochter machte rund 26 Millionen Euro Miese, in der Türkei betrugen die Verluste 14 Millionen Euro, in Kroatien 11 Millionen Euro, in Tschechien 6,7 Millionen Euro, in Bulgarien 6,5 Millionen Euro und in Slowenien 4,2 Millionen Euro. Nur in der Slowakei gelang ein Überschuss von 1,1 Millionen Euro. Auch in Österreich schreibe man Gewinne, so Essl im ORF-Radio. Die (roten) Zahlen für 2013 liegen derweil noch nicht vor.

Essl will nun mit einem harten Sanierungskurs das Unternehmen retten. Schließungen im Ausland oder der Rückzug aus manchen Märkten stünden zur Diskussion. Um frisches Geld in bauMax pumpen zu können, hat Essl nun seine Kunstsammlung der Republik Österreich angeboten. 86 Millionen Euro solle sie wert sein. Essl will möglichst viele Filialen - auch im Ausland - retten. Und die Stiftung, in die er seine Kunstwerke eingebracht hat, ist noch zu jung, um vor dem Zugriff von Gläubigern im Falle einer Insolvenz geschützt zu sein. Essl will aber, dass die Sammlung beisammen bleibt. Kunstminister Josef Ostermayer (SPÖ) ist bereit, darüber zu sprechen und hat zur Causa einen Runden Tisch angekündigt. Seitens der Oposition (FPÖ, TS) wird eine solche Maßnahme vehement abgelehnt

Der Chef des Gläubigerschutzverbandes Creditreform, Gerhard Weinhofer, rechnete auf Ö1 damit, dass man zumindest das Österreich-Geschäft retten könnte. Weniger optimistisch ist er für Osteuropa: Dort und in der Türkei sei mit hohen Schließungskosten zu rechnen. Die Chance, dass bauMax als solches erhalten bleibt, schätzt Weinhofer auf "größer als 50 Prozent." Er erwartet aber für die Auslandstöchter eher eine Insolvenzlösung.
stats