KV-Handel: Mindestgehalt steigt auf 1.800 Eur...
 
KV-Handel

Mindestgehalt steigt auf 1.800 Euro

H_Ko/stock.adobe.com

Die vierte Runde der KV-Verhandlungen bringt eine Einigung: Für ein Drittel steigt das Gehalt um 3,45 Prozent, für alle anderen um 2,55 Prozent.

Die Handelslandschaft kämpft derzeit an vielen Fronten. Es geht um Rohstoffpreise, Lieferschwierigkeiten, rückläufige Kundenfrequenzen sowie Umsatzeinbußen, nicht nur aber auch durch die Lockdowns. Das alles machte die aktuellen Kollektivvertrags-Verhandlungen nicht gerade einfacher. Ganze vier Runden benötigte man für eine Einigung. Zuletzt wurden 3,5 Prozent mehr Gehalt für die 430.000 Angestellten und Lehrlinge von der Gewerkschaft gefordert, was beim Handelsverband schlicht mit Fassungslosigkeit aufgenommen wurde. Schließlich einigte man sich heute auf eine Anhebung des Einstiegsgehaltes für Verkäuferinnen und Verkäufer sowie Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ab 1.1.2022 auf 1.800 Euro. Damit steigt das Gehalt für ein Drittel der Angestellten um 3,45 Prozent, für alle anderen um 2,55 Prozent. Das ergebe ein durchschnittlich gewichtetes Plus von 2,8 Prozent, sagte die gewerkschaftliche Chefverhandlerin Anita Palkovich von der GPA bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag. Der Obmann der Bundessparte Handel, Rainer Trefelik, will das so nicht stehen lassen. "Das kann man schwer in einen gewichteten Durchschnitt umrechnen", sagt er.

Richtschnur für die KV-Verhandlungen ist die Inflationsrate. Die Teuerung von Oktober 2020 bis September 2021 lag in Österreich bei 2,1 Prozent. Im Oktober stieg die Inflation auf 3,7 Prozent und damit den höchsten Wert seit 13 Jahren.

Zuschläge für Lehrlinge, Erleichterungen für Frauen

2,8 Prozent ist übrigens auch der durchschnittliche Anstieg des Lehrlingseinkommens. Darüber hinaus gibt es einen Digitalisierungsbonus von 100 Euro für technisches Equipment, die bei einem österreichischen Händler 2021 oder 2022 gekauft werden.

Außerdem wurde ein Nachtzuschlag bis fünf Uhr von 50 Prozent vereinbart. Das Recht der Beschäftigten ihre Teilzeit aufstocken zu können, dürfen künftig die betrieblichen Sozialpartner per Betriebsvereinbarung regeln. "Gemeinsam mit dem Nachtzuschlag und anderen rahmenrechtlichen Verbesserungen ist das ein positives Signal für Frauen vor allem in jenen Bereichen des Handels, die in der Pandemie einem besonderen Arbeitsdruck ausgesetzt sind", so Palkovich. Dennoch habe man noch einen weiten Weg vor sich. "Als Sozialpartner sind wir massiv gefordert und die Aufgaben enden nicht heute", betont Rainer Trefelik zum Abschluss der Pressekonferenz.

stats