KV-Verhandlungen Handel: Vorschlag gegen Stre...
 
KV-Verhandlungen Handel

Vorschlag gegen Streikdrohung

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Die Arbeitgeber-Vertretung WKÖ hat einen neuen Verhandlungstermin mit den Arbeitnehmer-Vertretern fixiert. Man wolle lieber ernsthaft verhandeln.

Als heute, Montag, alle Züge in Österreich stillstehen, spürt man die Auswirkungen eines Streiks schmerzlich. Doch bereits gestern zeigte sich WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik überrascht, dass von keinen weiteren Gesprächsterminen von Seiten der Gewerkschaft die Rede war. "Wir haben gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung einen Verhandlungstermin für kommenden Dienstag (den 29.11.2022, Anm.) fixiert. Nur die genaue Uhrzeit wollten wir gemeinsam am Tag davor vereinbaren. Hier jetzt über die Medien - mitten in der Verhandlungsphase - das Gegenteil zu behaupten, spricht nicht für konstruktives, verantwortungsvolles Vorgehen und ist unverständlich und irritierend."

Die vierte Runde der KV-Verhandlungen im Handel wurde am vergangenen Dienstag, 22.11.2023, von Seiten der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) nach fast elf Stunden ergebnislos abgebrochen.

Diskutieren statt Eskalieren

Das Angebot der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber liegt seit letzter Woche, Dienstag, am Tisch, so Trefelik: Eine Erhöhung um acht Prozent, die sich aus fünf Prozent Erhöhung auf die kollektivvertraglichen Mindestgehälter plus drei Prozent abgabenfreie Teuerungsprämie zusammensetzt. Im Einstiegsbereich würde der Nettovorteil einer Bruttoerhöhung von 13,53 Prozent entsprechen. Trefelik: "Damit liegen wir mit unserem Angebot um 1,1 Prozent über der rollierenden Inflationsrate."

Die Blockadehaltung der Gewerkschaft ist für den Obmann der Bundessparte Handel in der WKÖ auch deshalb unverständlich, da mit dem Angebot zahlreiche Handelsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter noch in diesem Jahr unterstützt werden könnten. "Seit der letzten Verhandlungsrunde hat sich die Anzahl jener Arbeitgeber-Betriebe, die sich bereits erklärt haben, die Teuerungsprämie bereits zur Gänze im heurigen Jahr auszubezahlen, beträchtlich erhöht. Damit könnten mindestens 165.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel noch heuer von der Sofortprämie profitieren", appelliert Trefelik in Richtung der Gewerkschaft, ernsthaft zu verhandeln, wie es einem guten, sozialpartnerschaftlichen Stil entspricht, statt die Eskalation zu suchen und Streiks vorbereiten.

Streikfreigabe bereits erteilt

Der ÖGB hat der Gewerkschaft GPA hingegen die Streikfreigabe für den Handel erteilt. Die KV-Verhandlungen für die ca. 430.000 Angestellten und Lehrlinge im Bereich der Bundessparte Handel in der WKÖ haben ja wie bereits erwähnt mit einer erneuten Verhandlungsunterbrechung geendet. Bislang sind die Arbeitgeber dezidiert nicht zu einem Abschluss mit Dauerwirkung auf die Gehälter über der Inflationsrate bereit." Die modifizierte Forderung der Gewerkschaft GPA liegt bei plus 8,5 Prozent mit einem Mindestbetrag in Höhe von 200 Euro, was für niedrigere Gehaltsgruppen ein deutlich höheres Gehaltsplus in der Höhe von elf Prozent bedeutet.

Am 24. und 25. November 2022 wurden die unterbrochenen Betriebsversammlungen im Handel während der Arbeitszeit wieder aufgenommen. "Die Beteiligung war noch größer als bei den ersten Informationsversammlungen. Die Beschäftigen sind wütend und enttäuscht, dass gerade sie so lange auf ein respektables Gehaltsplus warten müssen. Zum respektlosen Arbeitgeberangebot gibt es nur Kopfschütteln. Warnstreiks für den 2. und 3. Dezember 2022 wurden fast ausnahmslos einstimmig beschlossen, sollte es in der nächsten Verhandlungsrunde zu keinem akzeptablen Ergebnis kommen", so der Vorsitzende des GPA Wirtschaftsbereichs Handel, Martin Müllauer.

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