Land schafft Leben: Tierwohl ist "käuflich"
 
Land schafft Leben

Tierwohl ist "käuflich"

RitaE/pixabay.com

Angesichts des breitflächigen Ausbruchs des Coronavirus in deutschen Schlachthöfen betont der Verein Land schafft Leben, dass in Österreich diverse Gütesiegel Orientierung über Herkunft, Haltung und Fütterung von Schweinen geben. Zudem gelten hierzulande in Schlachthöfen strenge Arbeitsregelungen als in anderen EU-Ländern.

Pro Tag isst jede Österreicherin und jeder Österreicher im Durchschnitt 100 Gramm Schweinefleisch, dessen Herkunft von vielen nicht hinterfragt wird. "Wer grundsätzlich das Billigste kauft, wenn es um Fleisch, Wurst oder Schinken geht, handelt gegen die eigenen Werte. Denn wer möchte schon Tierqual oder schlechte Arbeitsbedingungen für Verarbeiter in den eigenen Einkaufskorb legen oder auf den Teller im Wirtshaus bestellen? Wir brauchen daher eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, damit jeder und jede sich frei für das beste Produkt entscheiden kann", so Hannes Royer, Obmann vom Verein Land schafft Leben. 

Im Gesundheitsausschuss des Nationalrats wurde zwar am 18. Juni 2020 ein Entschließungsantrag mehrheitlich angenommenen, in dem Gesundheitsminister Rudolf Anschober aufgefordert wird, eine Herkunftskennzeichnung von Milch, Fleisch und Eiern ab 2021 bei verarbeiteten Lebensmitteln sowie in Ausspeisungen wie Schulkantinen und Krankenhäusern umzusetzen. Royer betont jedoch, dass wer Tierwohl möchte, kann in Österreich schon jetzt dazu greifen. "Heimisches Schweinefleisch als Frischfleisch im Supermarkt bietet diverse Gütesiegel und Labels zur Orientierung, die Auskunft über Herkunft, Haltung und Fütterung der Schweine geben. Zu den am häufigsten verwendeten Siegeln zählen das AMA-Gütesiegel, das Bio-Austria-Gütesiegel und auch das Arge-Gentechnikfrei-Kontrollzeichen. Die ersten beiden Siegel stellen sicher, dass das Fleisch aus Österreich stammt und daher unter nationalen Rahmenbedingungen hergestellt wurde", erklärt Royer, der weiters feststellt: "Das Lohnniveau und die Gehaltsbedingungen in österreichischen Schlachthöfen liegen aufgrund der strengen österreichischen Arbeitsmarktregulierungen bedeutend höher als im umliegenden EU-Land."
 

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