Langsame Kassen: Japan: "fast tracks" auf dem...
 
Langsame Kassen

Japan: "fast tracks" auf dem Vormarsch

MabelAmber - Pixabay
Dank der "langsamen Kassen" können Senioren in Japan in aller Ruhe ihre Einkäufe tätigen.
Dank der "langsamen Kassen" können Senioren in Japan in aller Ruhe ihre Einkäufe tätigen.

Um Stresssituationen zu vermeiden, startet ein Einkaufszentrum in Japan ein Pilotprojekt für Senioren.

Oftmals hat man es eilig. Besonders beim Einkaufen. Steht dann eine ältere Dame an der Supermarktkassa, die eine gefühlte Ewigkeit braucht, um die Waren zu bezahlen, kann es mitunter zu murrenden Kunden kommen. Wie Kurier.at berichtet, sollen "langsame Kassen" Senioren oder "gemütlichen" Einkäufen Abhilfe schaffen, um solche Stresssituationen zu vermeiden. In einem japanischen Einkaufszentrum entschleunigen jeden zweiten und vierten Mittwoch eines jeden Monats zwischen 13 und 15 Uhr eine von sechs Kassen probeweise den Einkauf. Für jüngere Kunden oder solche, die es besonders eilig haben, verbleiben fünf "fast tracks". Die Kassierer wurden extra angewiesen, auf die Bedürfnisse der älteren Kundschaft Rücksicht zu nehmen (einer von vier Japanern ist mittlerweile älter als 65 Jahre).

Entschleunigung ist die Devise

Allerdings ist die Idee nicht neu. In einem Supermarkt der Gemeinde Vlijmen (Niederlanden) steht die sogenannte "Plauderkassa" zur Verfügung. Wie der Name vermuten lässt, kann dort, wie früher beim traditionellen Greißler, mit dem Kassier geplauscht werden. Entschleunigung ist dort die Devise.

Auch in Österreich gab es ein ähnliches Konzept: Bereits 2003 eröffnete Adeg in Salzburg einen Supermarkt speziell für ältere Menschen. Im "50-plus-Markt" gab es rutschfreie Böden, Einkaufswagerl mit Sitzgelegenheit und Lupen für das Kleingedruckte. Sogar einige Blutdruckmessgeräte standen an der Kassa bereit. An sich eine gute Idee, doch die Zielgruppe fühlte sich anscheinend nicht angesprochen und das Konzept wurde nach der Übernahme der Adeg-Märkte nicht weiter verfolgt.
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