Marktanteile LEH: LEH 2011: Pfeiffer 3,5 %
 
Marktanteile LEH

LEH 2011: Pfeiffer 3,5 %

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Wie sich rein theoretisch die Zukunftsperspektive für Pfeiffer als 100%-Eigentümer darstellen würde, dazu geben auch die Marktanteile eine Idee.

Die Frage, ob Pfeiffer das Vorkaufsrecht für die restlichen Zielpunkt-Gesellschaftsanteile, die derzeit mehrheitlich, sprich zu 75,1 % im Besitz der BOW Beteiligungs GmbH. sind, wirklich nützen wird und sich die rund 280 Filialen einverleiben wird, hat im Grunde keine kartellrechtliche Relevanz. Denn Zielpunkt meldete für 2011 einen Marktanteil inklusive Hofer/Lidl von 3,2 % und Pfeiffer von 3,5 %. Weshalb sich auch die meisten Händler dem Vernehmen nach nicht darauf einstellen, die Causa ihrerseits bei der Bundeswettbewerbsbehörde zu betreiben.

Pfeiffer wäre als Mehrheitseigentümer nicht nur der Gigant unter den Nah&Frisch-Gesellschaftern, sondern viel wichtiger, hätte mit einem Schlag das kaufkräftige Wien und Ostösterreich erobert.

Für die Industrie ist die Aussicht, dass Zielpunkt doch endlich einmal als stabiler Absatzkanal kalkulierbar ist, durchaus positiv. Dass sich dadurch die Zusammenarbeit mit dem Top-Team-Einkauf im Hinblick auf Konditionengespräche nicht erleichtern wird, ist klar. Der Druck wird sich erhöhen.

Das entscheidendere Thema bleibt nach wie vor, wie sich die Pfeiffer-Manager bei Beibehaltung der Minderheitsbeteiligung die Einkaufsgestaltung für Zielpunkt vorstellen bzw. umsetzen. Wenn es dabei um mehr als Volumenbündelung gehen würde, beispielsweise um Konditionenforderungen für Zielpunkt, die Pfeiffer erhält, wäre das nicht regelkonform.

Überraschend und erstaunlich ist nach wie vor, warum Pfeiffer Holding-Geschäftsführer Dr. Erich Schönleitner als Minderheitseigentümer die Richtung vorgibt, wie etwa in den OTS-Meldungen, die cash.at auszugsweise zitiert hat:

http://www.cash.at/archiv/aktualisiert-pfeifferzielpunkt/

Abgesehen von der momentanen unklaren Situation über die wirklichen Absichten von Pfeiffer ist der Tenor der Branche zum Zielpunkt-Verkauf sehr positiv. Die Unternehmensgruppe Pfeiffer bildet als professionell aufgestelltes Unternehmen einen starken regionalen Kontrapunkt zu den österreichweit tätigen Big Playern wie Rewe International und Spar und ist über Unimarkt auch im Betreiben von Supermärkten bzw. Franchise-Systemen geübt.

Auch der Geschäftsführer des Markenartikelverbandes, Dr. Ernst Klicka, nimmt zur aktuellen Entwicklung bei Pfeiffer/Zielpunkt insofern positiv Stellung, "als die Aufrechterhaltung der Vertriebskanäle und die Stärkung der Eigenständigkeit prinzipiell begrüßenswert ist."  
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