WKO - Einzelhandel: Leichter Aufwärtstrend
 
WKO - Einzelhandel

Leichter Aufwärtstrend

Die Bundesparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich spricht in Sachen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria, die auf den Daten von mehr als 4.500 Geschäften beruht, von einem leichten Aufwärtstrend. Die Einzelhandelsbranche erreichte 2015 ein Umsatzplus von nominell 1,4 Prozent und erwirtschaftete damit 69,6 Milliarden Euro.

Verstärkt wurde das konjunkturielle Wachstum vom dynamischen Interneteinzelhandel, der um sieben Prozent bzw. in absoluten Zahlen um 200 Millionen Euro auf rund 3,3 Milliarden Euro wachsen konnte und fünf Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens in Österreich erzielt. Die nominelle Umsatzsteigerung im stationären Handel liegt 2015 bei plus 1,1 Prozent und ist damit höher als im Vorjahr (+0,4 %). Real beläuft sich das Wachstum auf 0,3 Prozent, was deutlich macht, dass das Absatzvolumen im stationären Einzelhandel 2015 erstmals seit 2010 wieder angestiegen ist. 

Plus kommt real nicht immer an
Zusammengerechnet mit dem Internet-Einzelhandel ergibt sich für die Einzelhandelsbranche gesamt ein nominelles Plus von 1,4 Prozent auf 69,6 Millionen Euro. Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich, erklärt: "Allerdings: Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Denn das nominelle Umsatzplus kommt real nicht immer an." Real legte die Einzelhandelsbranche im abgelaufenen Jahr um 0,6 Prozent zu.

Lebensmitteleinzelhandel ist Branchensieger
Die einzelnen Branchen im Detail betrachtet, geht der Lebensmitteleinzelhandel mit einem nominellen Umsatzwachstum von 3,2 Prozent (real + 2,4 %) sowie Zuwächsen in allen vier Quartalen des Vorjahres deutlich als Sieger hervor und ist hauptverantwortlich für den konjunkturiellen Aufwärtstrend des österreichischen Einzelhandels. Auch der Spielwareneinzelhandel hat sich mit plus 1,8 Prozent (nominell) überdurchschnittlich gut entwickelt.

Umsatzrückgänge bei Elektrogeräten und Schuhen
Weniger erfreulich zeigt sich die Situation im Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computern und Fotoartikeln. Hier sind die Umsätze in fast allen Monaten und auch im Weihnachtsgeschäft rückläufig. Der Schuh- und Bekleidungseinzelhandel hat ebenfalls schwache Zeiten hinter sich - die nicht jahreszeitgemäße Witterung hat der Entwicklung der modischen Branchen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Mehr Beschäftigte im Einzelhandel
Bei der Präsentation der Bilanz war es Buchmüller zudem besonders wichtig, die Rolle des Einzelhandels als stabilen Arbeitgeber hervorzuheben. Der Jahresdurchschnitt weist rund 327.600 Einzelhandelsmitarbeiter aus, was einem Plus von 0,4 Prozent bzw. einem Zuwachs von 1.500 unselbstständig Beschäftigten entspricht. Nahezu die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet Teilzeit. Noch nicht berücksichtigt wurde in der Auswertung die Zielpunkt-Insolvenz zum Jahresende 2015. Wie sich diese auf die Bilanz für 2016 auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Stabile Geschäftsentwicklung erwartet
Generell erwartet ein Großteil der heimischen Einzelhändler - genauer gesagt 76 Prozent - für das heurige Jahr einen stabilen Geschäftsverlauf. Zehn Prozent rechnen mit einer Verbesserung, 14 Prozent mit einer Verschlechterung. Dass die österreichische Wirtschaft nach einer verhaltenen Entwicklung in den vergangenen Jahren laut WIFO wieder stärker wachsen wird und auch die Konsumausgaben der privaten Haushalte deutlich zulegen sollen (nominell: + 3,5 %, real: + 1,7 %), lässt die Branche jedenfalls vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken.
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