WKO/Sparte Handel: Leichter Rückenwind nach 1...
 
WKO/Sparte Handel

Leichter Rückenwind nach 1. Halbjahr

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Peter Buchmüller, Obmann der Sparte Handel in der WKO (Foto: WKO)
Peter Buchmüller, Obmann der Sparte Handel in der WKO (Foto: WKO)

Leichtes Umsatzplus, mehr Beschäftigte, weniger Outlets und weniger Fläche - dafür: mehr Umsatz pro Quadratmeter

Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), zeigte sich bei der heutigen Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz erfreut: „Die Angebote des Einzelhandels in Österreich waren in der ersten Hälfte des heurigen Jahres stärker nachgefragt, wir verspüren leichten Rückenwind, ein Haucherl quasi.“

Die Ergebnisse der aktuellen Erhebung der Daten von rund 4.500 Geschäften durch die KMU Forschung Austria zur Konjunkturentwicklung und Strukturanalyse im heimischen stationären Einzelhandel im ersten Halbjahr 2016 fasste Projektleiter Ernst Gittenberger so zusammen: "Unter Berücksichtigung der Preisentwicklung im stationären Einzelhandel führt das nominelle Umsatzwachstum von 1,2 % im ersten Halbjahr 2016 zu einem realen Plus von 0,7 %." Im Vergleich mit dem EU-Durchschnitt sieht unser Wachstum aber eher bescheiden aus. die EU 28 konnten nämlich satte 2,7 % zulegen.

Dennoch ist das Absatzvolumen im stationären Einzelhandel in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres kräftiger als im Gesamtjahr 2015 gewachsen, da betrug der Wert +0,3%.

Gittenberger weiter: „Getragen wird das Konjunkturwachstum wie auch schon im Gesamtjahr 2015 vor allem von der dynamischen Entwicklung im Lebensmitteleinzelhandel.“ So hat der Lebensmitteleinzelhandel im ersten Halbjahr 2016 mit 2,2% zwar das höchste nominelle Umsatzplus erzielt, das Wachstum ist jedoch geringer als im Gesamtjahr 2015 ausgefallen.

Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das Umsatzniveau bereits sehr hoch ist und nach der dynamischen Entwicklung 2015 nur schwer zu übertreffen sein wird. Ausschlaggebend für den Aufwärtstrend sind aber auch die umsatzstarken Branchen Elektroeinzelhandel und Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf.

„Sieht man sich die Umsatzzahlen der einzelnen Branchen im Detail an, zeigt sich, dass in einigen Branchen die Entwicklung der Umsätze stabil ist, aber manche Handelssektoren mit Umsatzrückgängen konfrontiert sind“, kommentiert Handelsobmann Buchmüller die Zahlen

Interessant dabei: 43% der Einzelhandelsgeschäfte verzeichneten im ersten Halbjahr 2016 nominelle Umsatzzuwächse. 15% meldeten Umsätze auf Vorjahresniveau, während bei 42% der Einzelhandelsunternehmen die Erlöse zurückgegangen sind. Absolut betrug der Umsatz im stationären Einzelhandel in der ersten Jahreshälfte 2016 rund 28 Milliarden Euro netto.

Wieder etwas stärker angestiegen als im Gesamtjahr 2015 (+0,4%) ist mit +0,6% die Zahl der unselbstständig Beschäftigten. In absoluten Zahlen bedeutet das ein Plus von 1.900 Mitarbeitern im Einzelhandel. Wobei die steigenden Beschäftigtenzahlen nicht nur auf geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zurückzuführen sind. Detail am Rande: In Summe waren in der ersten Jahreshälfte 2016 326.700 Beschäftige im Einzelhandel tätig.

Nach wie vor liegt Österreich in Sachen Verkaufsflächendichte im europäischen Spitzenfeld. Zum Vergleich: In Österreich stehen jedem Einwohner 1,59 Quadratmeter Einzelhandelsverkaufsfläche zur Verfügung (in Summe 13,8 Millionen Quadratmeter). In Deutschland liegt dieser Wert mit 1,44 Quadratmeter pro Einwohner um knapp 10% unter jenem in Österreich.

Seit 2013 sinkt die Verkaufsfläche im stationären Einzelhandel in Österreich, 2015 eben zum ersten Mal unter die 14 Millionen-Quadratmeter-Marke. „In den letzten 3 Jahren ist die Fläche um 610.000 Quadratmeter zurück gegangen, das entspricht einer Fläche, die 3 Mal so groß ist wie das große Einkaufszentrum im Süden von Wien“, sagt Iris Thalbauer, die neue Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Handel. Die Konsequenz dieser Entwicklung ist, dass der Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche im vergangenen Jahr um 3% gestiegen ist.

Ein Blick in die unmittelbare Zukunft: Laut den Erhebungsergebnissen der KMU Forschung Austria geht mit 92% der Großteil der Einzelhändler für die nächsten Monate von einer stabilen Geschäftsentwicklung aus. Nur 4% rechnen  mit einer Verbesserung der Geschäftslage, während mit 4% ein ebenso großer Anteil der Befragten eine Verschlechterung erwartet.
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